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Pro und Contra der Benotung: Sind Schulnoten subjektiv?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:37
Schulnoten bilden seit vielen Jahrzehnten ein spezielles System, welches die Leistungsbeurteilung von Schülern ermöglichen soll.
Bereits seit jeher spalten sie die Meinungen vieler Experten.

Während die einen dafür plädieren, die Schulnoten beizubehalten, da nur so die Möglichkeit der Objektivierung und der Beurteilung der persönlichen Leistung von Schülern möglich würde, lehnen andere Experten Schulnoten grundsätzlich ab, da sie subjektiv seien und zu Leistungsdruck und Konkurrenzdenken unter den Schülern führen würden.

 

Pro

Erste Schulnoten gibt es beispielsweise in Mitteleuropa bereits seit etwa 1530. Die Befürworter des Notensystemes führen an, dass das Schulnotensystem die abstrakte Leistungseinschätzung von Schülern erst ermöglichen würde. Erst Schulnoten trügen dazu bei, Schüler in Kategorien zusammenzufassen und dementsprechend selektiv zu fördern. Stets wird durch die Befürworter des Schulnotensystemes auf die angebliche Tatsache verwiesen, dass Schulnoten weder die persönliche Leistungsfähigkeit, noch die Leistungsbereitschaft von Schülern erfassen würden, sondern lediglich eine konkrete, beispielsweise im Rahmen einer Klassenarbeit erbrachte Leistung. Dies sei notwendig, da eine verbale Einschätzung zu allgemein gehalten sei und es nicht ermöglichen würde, Leistungen von Schülern objektiv zu erfassen, zu bewerten und miteinander zu vergleichen.

 

Schulnotensysteme gibt es in den meisten Ländern, um erbrachte Leistungen von Schülern messen und beurteilen zu können. Insbesondere in den naturwissenschaftlichen, aber auch in den meisten geisteswissenschaftlichen Fächern, so führen die Befürworter des Schulnotensystemes an, sei die Schulnote frei von Subjektivität des Lehrers, da eine erbrachte Lösung entweder richtig oder falsch sein könne. Im ersten Falle führe dies zu guten Schulnoten, im zweiten Fall jedoch zwangsläufig zu schlechteren Noten. Schulnoten würden damit sogar zu einem Ansporn für die Schüler werden, sich miteinander leistungsmäßig zu messen und durch kontinuierliches und zielstrebiges Lernen zu besseren Schulnoten zu gelangen.

Contra

Die Gegner der Schulnoten plädieren in der Regel für eine reine verbale Beurteilung von Schülerleistungen. Dies wird beispielsweise in Grundschulen, aber auch in vielen privaten Schulen heute bereits so praktiziert. Dennoch bergen auch rein verbale Leistungsbewertungen, vor allem dann, wenn sie anhand standardisierter Formulierungen und Floskeln durchgeführt werden, ebenso wie das Notensystem die Gefahr des Subjektivismus bei der Beurteilung von Schülerleistungen.

 

Auch durch rein verbale Beurteilungen wird Leistungsdruck aufgebaut, der durch explizit ausformulierte Einschätzungen sogar noch intensiver durch die Schüler empfunden werden kann, als die relativ abstrakte Zensur. Der Vorteil der rein verbalen Beurteilung von Schülerleistungen wird jedoch vor allem darin gesehen, dass nicht nur die reine fachliche Leistung, die durch den Schüler gezeigt wurde, eine relativ abstrakte Beurteilung und Wertung erfährt, sondern dass beispielsweise der charakterliche oder persönliche Hintergrund des jeweiligen Schülers hierbei viel stärker in die Leistungsbeurteilung einfließen. Dadurch können jedoch rein verbale Leistungsbeurteilungen durch die Schüler weit schmerzhafter und verletzender wahrgenommen werden, als die bloße Zensur, die die Persönlichkeit des Schülers regelmäßig ausklammert und sich auf die Richtigkeit oder Falschheit der gezeigten Lösungsansätze des Schülers konzentriert.

Ein Fazit

Tatsache bleibt, dass Schülerleistungen in der einen oder anderen Form quantifiziert werden müssen. Dies ist nicht nur eine Hilfe für den Schüler, sondern zugleich auch Orientierung für den Lehrenden, inwieweit der Schüler mit dem Stoff und der Art der Vermittlung zurecht kommt.

 

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