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Reinheit bei Diamanten? - Darum geht's

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:27
Um die Reinheit von Diamanten zu verstehen, bietet sich ein kleiner Ausflug in die Naturwissenschaften an.

Zunächst die vier Faktoren, nach denen der Wert von Diamanten bemessen wird

1. Gewicht:

  • die Masse von Edelsteinen: 1 metrisches Karat entspricht 200 mg

2. Reinheit:

  • lupenrein heißt, bei 10-facher Vergrößerung keine Einschlüsse erkennbar

3. Farbe:

  • von kristallklarem Weiß, über Tönungen gestaffelt bis hin zu verschiedenen Farben

4. Schliff:

  • verschiedene Formen wie Tropfen, Herz, runder Brillant, Smaragd, Trillion u. a.

  • beurteilt nach den Licht reflektierenden Proportionen: Winkel und Anzahl ebenmäßiger Flächen (Facetten) im Verhältnis zu deren Gleichmaß (Symmetrie)

Hergestellt aus Rohdiamanten

  • In der Natur lagern Rohdiamanten ab einer Tiefe von 150 km. Durch Erschütterungen im oberen Erdmantel, im Tiefengestein von Lava oder durch Quellwasser gelangen sie auf natürliche Weise an die Oberfläche. Abgebaut werden sie in Diamantminen.
  • Der älteste erschlossene Rohdiamant der Welt ist circa 4,25 Mrd. Jahre alt. Zu dieser Zeit herrschten auf der Erde andere klimatische Bedingungen. Eine Theorie besagt, hohe Temperaturen an der Oberfläche und eine flüssige Erdkruste von Eruptionen durchzogen. Der Planet kochte die tektonischen Platten regelrecht auf.

  • Diamanten entstehen unter hohem Druck. Über ihre natürliche Erzeugung beruht eine Annahme darauf, dass die kontinentalen Erdschichten im Hadaikum miteinander kollidierten.

  • Während die Atmosphäre wieder abkühlte, bildeten sich kristalline Formen des Kohlenstoffs; darunter weicher Grafit und der extrem harte Diamant. Diese beiden Mineralien bestehen aus Kohlenstoff in seiner reinsten Form, unterscheiden sich aber in Struktur und Eigenschaften grundsätzlich voneinander.

  • Die Reinheit von Diamanten hängt mit dem Prozess des beschriebenen Mineralisierens zusammen. Das bedeutet, das Element Kohlenstoff wurde aus einer organischen Verbindung freigesetzt in eine anorganische Verbindung. Anhand dieser chemischen Reaktionen unterstützen viele Wissenschaftler die These, dass es vor mehr als 4,3 Mrd. Jahren Leben auf der Erde gab. Später setzten weitere "Erdwanderungen" ein, die Gondwana und Laurasia voneinander trennten. Im Zuge dessen entstanden jüngere Vorkommen.

  • Die Einschlüsse des "härtesten Edelsteins der Welt" ähneln in gewisser Hinsicht denen von Bernstein. Mit dem Unterschied, dass in Diamanten mit dem bloßen Auge keine Lebensformen zu erkennen sind. Der Beweis für Leben wird durch Analyse der Unreinheiten sowie der chemischen Vorgänge geschlussfolgert.

  • Minimale Teilchen von Stickstoff oder Karbonate können in den sogenannten Kohlenstoffeinschlüssen lagern. Nach den mikrofeinen Adern solcher Unreinheiten richten sich die Stufen der Reinheit. Wirkt ein Diamant unter zehnfacher Vergrößerung vollkommen klar, gilt er als lupenrein. Wobei das Auge des Betrachters geschult sein muss. Ein normal Sterblicher würde vermutlich von lauter Glanz geblendet schauen.

  • HIER gibt es nähere Auskünfte zu den einzelnen Stufen der Reinheit. Dort kann jeder Diamantenbesitzer auch gleich den Preis seines Schmuckstücks bestimmen.

  • Im Jahr 1942 startete das schwedische Unternehmen ASEA eine Versuchsreihe zum Herstellen von synthetischen Diamanten. Der Durchbruch überraschte 1948. Fünf Jahre später dokumentierte der dort angestellte Physiker Eric G. Lundblad das Verfahren.

  • Die Reinheit von synthetisch erzeugten Rohdiamanten spielt keine Rolle. Diese Produkte finden ausschließlich Anwendung in der Industrie. Aufgrund der Härte eignet sich das künstliche Mineral beispielsweise zum Schneiden von Glas oder als Bohrer für Granit.

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