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Schmerzensgeld in Deutschland nach Unfall beantragen? - So geht's

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:13
Eines sollte zwingend vorweg genommen werden. Die deutschen Schmerzensgeldzahlungen...

Eines sollte zwingend vorweg genommen werden. Die deutschen Schmerzensgeldzahlungen unterscheiden sich deutlich vom Ausland. Solltest Du also nunmehr in einem Fastfood-Restaurant unliebsame Zutaten entdecken, dann sollte Dir das lieber im Land der unbegrenzten Möglichkeiten oder in den benachbarten Staaten der Bundesrepublik widerfahren. In den USA sind millionenschwere Zahlungen keine Seltenheit, in Deutschland wird indes lediglich ein Taschengeld gewährt. Dennoch solltest Du im Schadensfall unbedingt Schmerzensgeld in Deutschland beantragen, zumal das Gesetz dieses Institut nicht grundlos kennt. Vielmehr soll durch eine entsprechende Geldleistung der eingetretene Schaden auch finanziell getilgt werden. Zugegeben, im Hinblick auf die Schadensersatzhöhe lässt sich in so manchem Fall nur der Kopf schütteln.

Schmerzensgeld beantragen

  • Um Schmerzensgeld in Deutschland beantragen zu können, musst Du zunächst einen fälligen und zunächst einklagbaren Anspruch haben. Schmerzensgeldleistungen unterschieden sich diesbezüglich von Sozialleistungen. Wie im Zivilrecht üblich, muss der Anspruch entstanden sowie durchsetzbar sein.
  • Der Anspruch ist entstanden, wenn die Tatbestandsvoraussetzungen des Gesetzes erfüllt sind. Das ist zweifelsfrei dann der Fall, wenn entweder eine deliktische Schädigung oder auch eine Vertragsverletzung vorliegt. Beide Varianten müssen jedoch eindeutig beweisbar sein und zu erheblichen Nachteilen geführt haben.
  • Es ist vor allem die Beweisführung, die Betroffenen das Leben oft schwer macht. Unter Umständen muss der Anspruch in einem Gerichtsverfahren durchgesetzt werden. Dahingehend ist der tatsächliche Ausgang indes nicht garantiert. 
  • In einem Strafverfahren erhebt der Staat Anklage wegen der Verletzung eines Strafgesetzes. Wurde durch diese Verletzung gleichsam eine andere Person geschädigt, so wird in der Regel eine Nebenklage eingereicht. Wird der Schädiger in dem Verfahren der Tat überführt, so wird im Regelfall auch der Schadensersatzanspruch gewährt.
  • Dies gilt jedenfalls dann, wenn ein tatsächlicher Schaden eingetreten ist, den der Geschädigte zudem nicht wenigstens mitverursacht hat. Vertragsverletzungen werden demgegenüber vor einem Zivilgericht entschieden. Um den Schadensersatzanspruch letztendlich durchsetzen zu können, muss dieser auch geltend gemacht werden. Sodann obliegt das Schicksal dem Gericht.
  • Es gibt keine selbständige Behörde, um Schmerzensgeld in Deutschland beantragen zu können. Entweder Schädiger und Geschädigter einigen sich friedlich oder ein Gericht muss Rechtssicherheit schaffen.
  • Die Schadensersatzhöhe bestimmt sich nach einem festgeschriebenen Katalog. Die Höhe ist dennoch immer wieder Grund für eine juristische Diskussion. Beispielsweise wurden für eine Oberarmfraktur 6.000 Euro, für eine Amputation eines Fingers etwa 13.000 Euro und für ein Schädelhirntrauma mit lebenslangen Folgen etwa 70.000 Euro gerichtlich zugesprochen.
  • Dabei handelt es sich indes nicht um die Regel. In einem spektakulären Fall musste sich der Angeklagte wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Die Hinterbliebene bekam ein Schmerzensgeld in Höhe von 5.000 Euro.

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