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Stimmenauszählung bei Nationalratswahl in Österreich? - Das Ermittlungsverfahren

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:28
Die Nationalratswahl in Österreich ist in der Nationalratswahlordnung geregelt, die seit 1992 als Bundesgesetz in Österreich gilt.
Die Zahl der Abgeordneten im Nationalrat macht 183 Sitze aus, seit dem Jahr 2008 werden die Mitglieder für den Nationalrat für einen Zeitraum von 5 Jahren gewählt. Gewählt wird in drei Ebenen: auf Bundesebene, in neun Landeswahlkreisen und in 39 Regionalwahlkreisen. Im Jahr 2013 findet die Nationalratswahl am 29. September statt.

Das Ermittlungsverfahren

Besonderheiten bei der Nationalratswahl

  • Sitze einer unteren Ebene werden auf die höhere Ebene angerechnet
  • Überhangmandate werden von der Zahl der Mandate der anderen Parteien abgezogen
  • Kein Stimmensplitting erlaubt
  • Jeder Wahlberechtigte hat nur eine Stimme, doch kann er zusätzlich je eine Vorzugsstimme für einen Kandidaten der Landesparteienliste sowie für einen Kandidaten der Regionalparteiliste der von ihm gewählten Partei abgeben.
  • Aktives Wahlrecht für die Nationalratswahl in Österreich hat man ab 16 Jahren, passives Wahlrecht ab 18 Jahren. Mit dem aktiven Wahlrecht ist das Recht gemeint, wählen zu gehen. Unter passivem Wahlrecht versteht man das Recht, selbst zu kandidieren und gewählt zu werden.


Wie die Stimmenauszählung erfolgt
Die Zahl der Einwohner in einem Landeswahlkreis nach der letzten Volkszählung entscheidet, wie viele von den 183 Mandaten jedem Landeskreis zugeordnet werden. Diese Mandate werden nach Regionalwahlkreisen unterteilt. Wahlberechtigt sind diejenigen, die aktives Wahlrecht haben und im Wählerverzeichnis des Ortes, in dem sie ihren Hauptwohnsitz haben, eingetragen sind. Man kann wählen, indem man direkt im Wahllokal seine Stimme abgibt oder seine Stimme per Briefwahl abgibt. Wer an der Briefwahl teilnimmt, muss spätestens bis zum Wahltag seinen Stimmzettel zusammen mit einer eidesstattlichen Erklärung an die zuständige Wahlbehörde einreichen. Bei der Stimmenauszählung für die Nationalratswahl in Österreich werden die direkt im Wahllokal abgegebenen Stimmen und die Stimmzettel der Briefwahl auf ihre Gültigkeit geprüft. Gültig ist ein Stimmzettel, wenn eindeutig erkennbar ist, welche Partei gewählt wurde. Die Stimmenauszählung erfolgt in einem dreistufigen Ermittlungsverfahren.

Das dreistufige Ermittlungsverfahren
Das erste Ermittlungsverfahren bezieht sich auf den Regionalwahlkreis, dabei werden die abgegebenen gültigen Stimmen durch die Zahl der einem Landeswahlkreis zugeordneten Mandate dividiert und auf die Regionalwahlkreise zugeteilt. Am zweiten und dritten Ermittlungsverfahren nehmen nur Parteien teil, die im ersten Ermittlungsverfahren wenigstens in einem Regionalwahlkreis ein Mandat erhalten haben. Jede Partei erhält im zweiten Ermittlungsverfahren, auf Ebene der Landeswahlkreise, so viele Mandate, wie die Wahlzahl in ihrer Parteiensumme im Landeswahlkreis ausmacht. Die Mandate aus dem ersten Ermittlungsverfahren werden davon abgezogen. Im dritten Ermittlungsverfahren werden alle 183 Mandate im Divisionsverfahren mit Abrundung verteilt. Die Mandate werden abzüglich der bereits im ersten und zweiten Ermittlungsverfahren erhaltenen Mandate verteilt.

 

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