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Strafrechtlicher Schutz des Papstes – Die wichtigsten Fakten

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:16
Ein gesellschaftliches Ereignis steht unmittelbar bevor: Die Papstwahl.

Ein gesellschaftliches Ereignis steht unmittelbar bevor: Die Papstwahl. Ein strafrechtlicher Schutz des Papstes während seiner Amtszeit ist dabei vielen unbekannt. Welchen Schutz das neue Oberhaupt der katholischen Kirche erwartet, ist in der nachfolgenden Zusammenfassung aufgelistet.

Die Hintergründe

Weltliche Regelungen

  • Nach der Rücktrittsankündigung Papst Benedikts sind viele Fragen offen.
  • Doch wie werden Päpste wie Papst Benedikt oder dessen Nachfolger vor Straftaten, Anschlägen oder Gewalttaten im Allgemeinen geschützt?
  • Zum einen wird hier unterschieden zwischen so genannten weltlichen Gesetzen zum Schutz des Papstes. Für den Staat Vatikanstadt mit seinen etwa nur 900 Einwohnern existiert eine kuriose Regelung.
  • Ein strafrechtlicher Schutz des Papstes wird in Artikel 8 des Lateranvertrages aus dem Jahr 1929 geregelt.
  • Denn Artikel 8 sah bereits damals vor, den alleinigen Versuch einer Gewalttat gegen den Papst streng zu bestrafen.
  • Gehandhabt wurde ein Anschlag nach diesem Artikel oder aber ein Plan zu ebensolchem wie eine Gewalttat gegen den damaligen König, beziehungsweise heute gegen den italienischen Präsidenten Giorgio Napolitano.

Kirchliche Regelungen

  • Gerade für die Rolle des Papstes als Vertreter einer Gesamtkirche reicht dies jedoch nicht aus.
  • Die fleißigen Helfer der römisch-katholischen Kirchengemeinde waren gegenüber den weltlichen Regelungen ebenfalls nicht untätig.
  • Ein strafrechtlicher Schutz des Papstes ist auch hier schriftlich fixiert.
  • Neben den weltlichen Gesetzen zwischen der ‚Vatikaninsel‘ und Italien existieren harte kirchliche Regelungen im so genannten Codex luris Canonici. Diese Schrift wurde erstmals 1917 veröffentlicht und seither mehrfach aktualisiert oder erweitert.
  • Ein strafrechtlicher Schutz des Papstes von kirchlicher Seite ist also in einem Rechtstext vor nahezu 100 Jahren geregelt worden.
  • Der Can. 1370 § 1 sieht bei schwerwiegenden Schritten gegen den Heiligen Vater Regelungen bis zur Exkommunikation des Täters vor.
  • Der Täter verliert dadurch seine Kirchengemeinschaft wie auch Amtsträger die Möglichkeit, ihre Funktion weiterhin auszuführen.

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