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Studienbeihilfe in Österreich - Wie beantragt man diese?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:55
Ein Studium kann schnell teuer werden.

Ein Studium kann teuer werden - zumal mitunter nicht die Zeit ist, ausreichend zum Lebensunterhalt beizutragen. Laut österreichischem Recht müssen grundsätzlich die Eltern des Studierenden für die Lebenshaltungskosten aufkommen. Manchmal ist dies aber nicht möglich - dafür gibt es die Studienbeihilfe.

Wer kann Studienbeihilfe beantragen und wie hoch ist diese? 

  1. Anspruch auf eine Studienbeihilfe haben alle österreichischen Staatsangehörigen und EU- sowie EWR-Bürger sofern sie selber oder mindestens ein Elternteil ein "Wanderarbeitnehmer" ist. 
  2. Auch wenn vor dem Studienbeginn eine ausreichende "Integration in das österreichische Bildungssystem" nachgewiesen werden kann, kann ein solcher Antrag gestellt werden. 
  3. Außerdem berechtigt ein ununterbrochener und rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich zu einem solchen Antrag. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können sämtliche ordentlich eingeschriebenen Studierende aller österreichischen Universitäten und Fachhochschulen sowie der Konservatorien und Akademien Studienbeihilfe beziehen. 
  4. Was Du hierbei pro Monat bekommst, ist abhängig von Deiner Bedürftigkeit und kann von 15 Euro Zuschlag bis zu 679 Euro reichen. 
  5. Bitte beachte, dass es hierbei eine Zuverdienstgrenze gibt! Diese liegt bei 8.000 Euro im Jahr.


Wie beantrage ich Studienbeihilfe?

  1. In jeder Universitätsstadt Österreichs gibt es die sogenannte Stipendienstelle. Hier musst Du Dir ein Antragsformular besorgen (dies ist auch online möglich) und per Fax an die jeweilige Stelle zusenden. Hierbei kann Dir auch das Hochschülerschafts-Büro helfen. 
  2. Für einen erfolgreichen Antrag musst Du einerseits eine "soziale Förderungswürdigkeit" nachweisen und zweitens einen "günstigen Studienerfolg" belegen können.
  3. Der Studienerfolg setzt sich aus insgesamt drei Teilkomponenten zusammen: Dem Leistungsnachweis, der Anspruchsdauer sowie dem Studienwechsel. Regelmäßig musst Du ein bestimmtes Ausmaß erfolgreich absolvierter Studienleistungen nachweisen, zudem darfst Du die Regelstudienzeit nicht länger als ein Semester überschreiten. Auch darfst Du den Studiengang nicht öfter als zweimal wechseln. 
  4. Die Fristen für die Einreichung eines Antrags bezüglich der Genehmigung von Studienbeihilfe sind im Wintersemester: 20. September bis 15. Dezember, im Sommersemester: 20. Februar bis 15. Mai. 
  5. Sobald der Antrag genehmigt wurde, erhältst Du rückwirkend einen Betrag bis zum Semesterbeginn ausbezahlt. Ab dann wird ein monatlicher Beitrag auf Dein Konto überwiesen. 
  6. Hast Du die Studienhilfe bewilligt bekommen, wird nun alle zwei Semester automatisch ein Folgeantrag gestellt und geprüft. Hierbei musst Du Dich um nichts kümmern. Dies ist immer zum 1. Oktober oder zum 1. März der Fall. Du bekommst rechtzeitig ein Infoschreiben hierzu. 
  7. Wichtig: Hast Du Studienbeihilfe zugesprochen bekommen, musst Du spätestens im dritten Semester Nachweise über Deinen Studienerfolg vorlegen! Bitte beachte hierbei die Antragsfristen. Denn legst Du die geforderten Dokumente nicht termingerecht vor, musst Du sämtliche erhaltenen Beiträge wieder zurückzahlen! Den Antrag auch am besten per Einschreiben versenden - das sorgt für mehr Sicherheit.
  8. Abänderungsanträge kannst Du jederzeit einbringen. Dies ist immer dann nötig, wenn sich eine gravierende Veränderung an Deiner Lebenssituation ergibt (z.B. Heirat oder Arbeitslosigkeit eines Elternteils). Für eine Auslandsstudienbeihilfe musst Du spätestens drei Monate nach dem Aufenthalt einen Antrag stellen.

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