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Trümmerliteratur - Was ist das?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:30
In den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg waren die Menschen schweren Zeiten ausgesetzt. Niemand konnte recht begreifen, welche Tragödien sich in den

In den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg waren die Menschen schweren Zeiten ausgesetzt. Niemand konnte recht begreifen, welche Tragödien sich in den vergangenen Jahren ereignet hatten. Jeder ging mit diesen Erfahrungen anders um. In dieser Zeit enstand die sogenannte "Trümmerliteratur", was hinter diesem Begriff wirklich steckt erfährst Du in diesem Artikel.

Was steckt hinter dem Begriff

Der Begriff "Trümmerliteratur"

Unmittelbar nach dem Krieg lagen nicht nur Städte in Trümmern. Gemeint sind vor allem auch die in Trümmern liegenden Weltanschauungen, Utopien und Einstellungen der Menschen. Dabei geht es auch um die Erfahrung, den Krieg überstanden zu haben und in den Trümmern erneut ums Überleben kämpfen zu müssen.

Literatur der Nachkriegszeit

Viele Schriftsteller der damaligen Zeit suchten das, was sie während und unmittelbar nach dem Krieg erlebt und erfahren hatten, in Worte zu fassen. Die hierbei entstandenen Werke, die heute der Trümmerliteratur zugeordnet werden, sollten einen Bruch mit alten Traditionen darstellen, v.a. mit jenen des Nationalsozialismus. Die behandelten Themen wurden ungeschönt wiedergegeben, man bemühte sich um eine realistische und authentische Darstellung.
Stilistisch typisch waren:

  • ein knapper Aufbau,
  • kurze und einfache Sätze sowie
  • ein offenes Ende, welches individuelle Interpretationen ermöglicht


Verarbeitung und Verdrängung

Ein Teil der Literaten war in ihren Werken darum bemüht, Aufarbeitung zu leisten und sich mit dem Geschehenen auseinanderzusetzen, während der andere Teil eher dazu neigte, die Gräueltaten des Krieges zu verdrängen und sich der Zukunft zuzuwenden.

Was man über Trümmerliteratur wissen sollte

  • Synonyme: Nachkriegsliteratur, Kahlschlagliteratur, Heimkehrliteratur
  • Epoche der Trümmerliteratur: 1945 - ca. 1950
  • Gängige Themen: Verletzungen (physisch und psychisch), sozioökonomische Probleme (Nahrungsknappheit etc.), Verluste, Heimkehr
  • Relevante Textgattungen: Lyrik, Prosa (hier v.a. die Kurzgeschichte), Drama
  • Wichtige Vertreter und Werke der Epoche: u.a. Wolfgang Borchert ("Draußen vor der Tür" Theaterinszenierung des Dramas), Heinrich Böll ("Haus ohne Hüter"), Günter Eich ("Inventur"), Hans Fallada ("Jeder stirbt für sich allein")

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