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Unterrichtsmethoden in der Erwachsenenbildung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:37
Gerade in einer zunehmend vernetzten, ausdifferenzierten und in hohem Maße wissensbasierten Gesellschaft gewinnen Konzepte an Bedeutung...

Gerade in einer zunehmend vernetzten, ausdifferenzierten und in hohem Maße wissensbasierten Gesellschaft gewinnen Konzepte an Bedeutung, die ein lebenslanges Lernen auf jedem Bildungsniveau fordern und unterstützen. Die Erwachsenenbildung bezieht sich dabei auf Menschen, die bereits eine Schul- und Ausbildungskarriere absolviert haben, bereits im Beruf oder in der Familie tätig sind oder waren und nun neues Wissen erwerben möchten.

 

Diese Art des Lernens stellt dementsprechend andere Anforderungen an Methodik und Lehrer, die sich von der an Kindern ausgerichteten Pädagogik unterscheiden. Einige davon sollen im Folgenden ausschnittartig beleuchtet werden. Es gilt zu beachten, dass es sich dabei nicht um repräsentative, grundsätzliche Methoden handelt, sondern um Techniken, die im Rahmen von Beispielen verschiedene Aspekte der Erwachsenenbildung demonstrieren.

Moderation

Dem Gruppenleiter oder -lehrer kommt in der Erwachsenenbildung eine spezielle Rolle zu. Im Gegensatz zu seinen Kollegen an der Schule oder der Universität unterrichtet er im Regelfall keine Heranwachsenden in deutlich jüngerem Alter und in einer anderen sozialen und persönlichen Entwicklungsphase. Aus diesem Grund entsteht in der Erwachsenenbildung eine andere Gruppendynamik, der die Methode der Moderation Rechnung tragen soll.

 

Der Ursprung dieser Methode findet sich, wie bei vielen anderen Prinzipien der Erwachsenenbildung, im Management der 60er Jahre, als das häufig einseitige Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern hinterfragt wurde, um zu produktiveren Ergebnissen zu kommen.
Der Dozent als Moderator leitet die Sitzung nicht autoritär, sondern kommunikativ, einwirkend und koordinierend. Er versucht, durch unterschiedliche Impulse (kreativ, visuell, auditiv) einen Dialog zwischen den einzelnen Mitgliedern der Gruppe entstehen zu lassen, den er dann wiederum ergebnisoffen, neutral und zurückhaltend lenkt.

 

Das Klima der Diskussion ist dabei ein hierarchiefreies, auch wenn im vorhinein bestimmte Resultate skizziert worden sind, sind eine hohe Flexibilität und Offenheit für den Gang des Gesprächs wichtig. Diese Methode ist sehr zeitintensiv, eignet sich allerdings besonders gut zu Beginn einer gemeinsamen Unterrichtseinheit, um die Teilnehmer einander kennenlernen zu lassen und anfängliche Berührungsängste abzubauen.

Visualisierung

Visualisierung ist kein für die Erwachsenenbildung spezifisches Konzept, sondern hat im Lernen allgemein in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen.Die Visualisierung von Inhalten meint dabei nicht die völlige Ersetzung des Texts durch das Bild, sondern die Etablierung verschiedener Systeme und Methoden der Darstellung neben der Schrift. Gleichzeitig beinhaltet Visualisierung auch den Erwerb der entsprechenden Kompetenz und Fähigkeit, den Inhalt visueller Formen zu erfassen, zu reflektieren und einzuordnen.

 

Fallmethode

Diese Unterrichtsmethode wurde erstmals von Professoren der Harvard Law School in Boston um 1900 praktiziert. Ziel, war es, nicht mehr nur die reine Theorie zu referieren, sondern viel eher die Theorien anhand der Praxis, also anhand sogenannter Fallbeispiele zu erörtern.

 

In der Fallmethode wird den Lernenden eine bestimmte Situation beschrieben, mit der sie sich dann auseinandersetzen und ihre Lösungsvorschläge vergleichen müssen.

Portfolio

Das Portfolio ist die in Eigenverantwortung angefertigte Darstellung des Wissenserwerbs über einen längeren Zeitraum hinweg.

 

In der Schule dient diese Methode eher der Leistungsfeststellung, in der Erwachsenenbildung ist sie eher als parallele und gleichzeitige Leistungsdokumentation zu verstehen, die das Gelernte reflektiert, zusammenfasst, ordnet und strukturiert. Dabei wird Wert auf möglichst große Nachvollziehbarkeit und Objektivierung für sich selbst und andere Betrachter gelegt. 

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