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US Wahlkampf - Wie funktioniert das Wahlmänner System?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:09
Im US Wahlkampf kommt nämlich das sogenannte Wahlmänner System zum Einsatz.

Die Vereinigten Staaten von Amerika befinden sich momentan im Ausnahmezustand. Der US Wahlkampf ist in Gange und sowohl Barack Obama als auch Mitt Romney sammeln wichtige Stimmen auf dem Weg zum neuen US Präsident. Doch weißt Du überhaupt wie die Präsidentschaftskandidaten Ihre Stimmen erhalten?

Im US Wahlkampf kommt nämlich das sogenannte Wahlmänner System zum Einsatz. Der US Präsident erhält seine Stimmen nicht direkt über jeden einzelnen Bürger, sondern über die Wahlmänner der 50 Bundesstaaten.

Das Wahlmänner-System

  • Alle Wahlberechtigten aus einem Bundesstaat haben die Möglichkeit einen oder mehrere Wahlmänner zu bestimmen. 
  • Dabei gilt in den meisten Staaten das Mehrheitsprinzip, das bedeutet, dass alle Entsandten im US Wahlkampf nur einer Partei angehören.
  • Die Bundesstaaten Maine und Nebraska bilden die Ausnahme - Dort wurden 2008 das erste Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten Wahlmänner entsandt, die nicht derselben Partei angehören.
  • Wie viele Wahlmännerstimmen den einzelnen Staaten zur Verfügung stehen hängt von der Bevölkerungszahl der Bezirke ab. Zu den Bundesstaaten mit den meisten Stimmen zählen Kalifornien mit 55, Texas mit 38 und New York sowie Florida mit jeweils 29 Stimmen.
  • Insgesamt werden 538 Wahlmänner aus allen 50 Bundesstaaten in das Wahlmännerkollegium entsandt.
  • Sobald alle Wahlbezirke ihre Stellvertreter bestimmt hat, bestimmt das Wahlmännerkollegium in letzter Instanz darüber, wer neuer US Präsident wird.
  • Die Entsandten sind dabei nicht an den Wählerwillen gebunden. Theoretisch könnte ein Wahlmann seine Stimme jedem der beiden Präsidentschaftskandidaten geben, auch wenn die Entscheidung nicht im Interesse der Wähler seines Bezirks liegt. Dabei kann es dazu kommen, dass im Wahlmännerkollegium andere Mehrheitsverhältnisse entstehen als bei der ursprünglichen Volkswahl. Dies geschah zuletzt im Jahr 2000, als George W. Bush zum ersten Mal US Präsident wurde.
  • Für den Sieg eines Präsidentschaftskandidaten werden am Ende 270 der 538 Stimmen benötigt. Auch hier gilt also wieder das Mehrheitsprinzip getreu dem Motto „The winner takes it all".

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