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Verschiedene Blutgruppen - Wo liegt der Unterschied?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:03
Blutgruppen unterscheiden sich in der Oberflächenstruktur der roten Blutkörperchen.

Blutgruppen unterscheiden sich in der Oberflächenstruktur der roten Blutkörperchen von Menschen (und auch von vielen Tierarten). Auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen befinden sich Proteine (Eiweiße) und Lipide (bestimmte wasserunlösliche Stoffe), deren Zusammensetzung die Blutgruppe bestimmt.

Bitte beachten

  • Es existieren 29 anerkannte Unterscheidungskategorien für Blutgruppen.
  • Die Bedeutendsten unter ihnen sind wegen ihrer starken Verklumpungswirkung (Agglutination) das AB0- sowie das Rhesussystem, die jeweils an ein bestimmtes Antigen anknüpfen.

Blutgruppen und Systeme

  1. Die Proteine auf der Oberfläche der Blutkörperchen funktionieren wie Antigene, bewirken also bei Bedarf die Produktion von Antikörpern gegen unerwünschte Stoffe.
  2. Bei der Vermischung von Blut unterschiedlicher Blutgruppen werden deshalb Antikörper gebildet, die das Blut verklumpen lassen.
  3. Als die Bedeutung der Blutgruppen noch nicht entdeckt war, fand die Übertragung von Blut oft einen tödlichen Ausgang.
  4. Wegen der Vererbbarkeit der Blutgruppen stellen sie ein Kriterium dar, mit dem verwandtschaftliche Beziehungen verneint werden können.


Das AB0-System:

  1. AB0-Blutgruppensystem beinhaltet mit A, B, AB und 0 vier Blutgruppen, denen teilweise Untergruppen zugeordnet werden.
  2. So verfügen Menschen mit der Blutgruppe B über Antigene der Gruppe B auf der Oberfläche ihrer roten Blutkörperchen. Im Blut der Blutgruppe AB sind Antigene sowohl von A als auch von B enthalten.
  3. Dagegen beschreibt Blutgruppe 0, dass weder von A noch von B Antigene vorhanden sind.
  4. Bei einer Blutübertragung ist also entscheidend, dass die übertragene (Spender-) Blutgruppe mit der Blutgruppe des Empfängers verträglich (kompatibel) ist.
  5. So würde Blutgruppe A sofort Antikörper gegen B produzieren, Blutgruppe 0 gegen A und B, Blutgruppe AB bildete gar keine Antikörper.
  6. Entsprechend hat die Auswahl der Spenderblutgruppe zu erfolgen: Bei einer Blutübertragung ist entscheidend, dass die Spenderblutgruppe mit der Blutgruppe des Empfängers verträglich (kompatibel) ist, so dass keine Antikörper-Produktion und damit keine lebensbedrohende Blutverklumpung erfolgt.


Das Rhesussystem:

  1. Die Bezeichnung dieses Blutgruppensystems beruht darauf, dass das blutgruppenbildende Unterscheidungsmerkmal zuerst bei Rhesusaffen entdeckt wurde.
  2. Besitzt ein Mensch das Rhesusantigen, so wird er als „Rhesus-positiv“ bezeichnet, andernfalls als „Rhesus-negativ“.
  3. Erfolgt auf eine rhesus-negative Person mehrfach eine Übertragung von Rhesus-positivem Blut, kann eine lebensgefährliche Bildung von Antikörpern erfolgen.

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