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Wahlen und die Gesellschaft - Kann das vorherrschende System verändert werden?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:15
Die Sinnhaftigkeit von Wahlen in einer sich wandelnden Gesellschaft wird hier beleuchtet.

Deutschland ist eine repräsentative Demokratie. Damit werden politische Entscheidungen - im Gegensatz zu Ländern, in denen eine direkte Demokratie besteht - nicht unmittelbar vom Volk selbst getroffen. Im September 2013 ist es wieder so weit: In Deutschland wird ein neuer Bundestag gewählt. Schon jetzt befinden sich die politischen Parteien im Kampf um die Gunst der Wähler. Doch sind solche Wahlen überhaupt "politisch korrekt"? Oder gehören sie verboten, weil sie möglicherweise die Gesellschaft verändern könnten? Hiermit soll sich der folgende Artikel befassen.

  • So bilden regelmäßig die von der Mehrheit des Volkes gewählten Vertreter die Regierung und berücksichtigen in ihren politischen Entscheidungen die Meinungen und Wünsche der breiten Masse.
  • Sicherlich sind auch diese noch bei einigen Bürgern unbeliebt, allerdings kann man sich leicht vorstellen, dass es einfacher fällt auch unbeliebten Entscheidungen zu folgen, wenn diese von einer großen Mehrheit gestützt werden, als wenn nur der vielleicht ungeliebte Nachbar einen dazu zwingen möchte.
  • So herrschen aufgrund der politischen Wahlen und des Systems, das sie vertreten, weniger Missgunst und mehr Stabilität.

Politische Wahlen und die Gesellschaft

Wahlen und des Regierungssystem in Deutschland:

Dabei stellt sich zunächst einmal die Frage, warum wir überhaupt wählen. Die Antwort ergibt sich aus unserem Regierungssystems: Deutschland ist eine repräsentative Demokratie. Damit werden politische Entscheidungen - im Gegensatz zu Ländern, in denen eine direkte Demokratie besteht - nicht vom Volk selbst getroffen. Vielmehr werden in regelmäßigen Abständen - seien es vier Jahre auf Bundes-, sechs Jahre auf Kommunal- oder fünf Jahre auf Europaebene - die sogenannten Volksvertreter, die Abgeordneten der politischen Parteien, gewählt. Um das herrschende Regierungssystem aufrechtzuerhalten, ist die Durchführung politischer Wahlen also unabdingbar. Was aber, wenn solche Wahlen plötzlich zu einer Veränderung der Gesellschaft führen würden? Sollten sie dann verboten werden? Hierzu ist zunächst festzuhalten, dass wenn von einer Veränderung der Gesellschaft die Rede ist, nicht zwingend von einer negativen Veränderung auszugehen ist. Vielmehr kann davon ausgegangen werden, dass das Vorhandensein politischer Wahlen - und das hat sich in der Geschichte unseres Landes oftmals bestätigt - die Gesellschaft auch zum Positiven verändern kann.

 

Kehrseiten dieses Systems:
Doch auch die Kehrseite soll nicht außer Acht gelassen werden. Auch wenn eine solche Wendung derzeit nicht realitätsnah erscheinen mag, könnte es passieren, dass sich eine Gesellschaft durch das Vorhandensein politischer Wahlen plötzlich zum Negativen verändert. Angenommen, die Tatsache, dass viele politische Parteien und deren Vertreter nach den Wahlen ihre Versprechen nicht mehr einhalten können oder wollen, steigert die Unzufriedenheit im Land und führt zu zunehmender Missgunst zwischen den Bürgern. Würde es in einem solchen Fall Sinn machen, die repräsentative Demokratie und ihre Wahlen abzuschaffen? Was wären die Alternativen? Zunächst wäre etwa an eine herrschaftslose Anarchie, in der gesellschaftliche Unordnung herrscht, oder eine Diktatur, in der ein selbsternanntes oder auf erschlichene Art und Weise gewähltes Staatsoberhaupt regiert zu denken. Beides wäre sicherlich wenig wünschenswert und auch eine Monarchie erscheint in Deutschland heute wenig zeitgemäß. Die Frage, ob politische Wahlen abgeschafft werden sollten, wenn die Gesellschaft sich dadurch verändern würde, ist somit eher zu verneinen. Vielmehr sollte auf die Bürger vertraut werden, die in einer solchen Situation in der Lage wären, selbst eine zufriedenstellende Lösung herbeizuführen.

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