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Wann fiel die Mauer? - Die Chronologie der Ereignisse

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:55
Der 9. November 1989 wird allen, die ihn erlebt haben, unvergesslich bleiben.

Der 9. November 1989 wird allen, die ihn erlebt haben, unvergesslich bleiben. Alle Menschen, die nicht in Berlin lebten, strömten zu den Fernsehern, um wenigstens auf diese Weise mitzuerleben, was noch am Morgen niemand geglaubt hätte: Die Mauer ist weg!

Der Mauerfall entstand durch ein Missverständnis zwischen dem SED-Zentralkomitee und dessen Sprecher Günter Schabowski. - Die Chronologie der Ereignisse:

  1. 09.00 MfS-Offiziere basteln an einer freieren Ausreisereiseregelung: Besuchsreisen sollen auf Antrag möglich sein. 
  2. 12.00 Das Politbüro nimmt in einer Raucherpause diesen Entwurf zur Kenntnis. Der Ministerrat bekommt ihn wie üblich weitergegeben. 
  3. 16.00 Im SED-Zentralkomitee gibt Krenz die Beschlussvorlage bekannt. Auch eine Pressemitteilung liegt inzwischen vor. 
  4. 17.30 Schabowski, Sprecher des SED-Zentralkomitees, erhält die Unterlagen von Krenz, um auf der anstehenden internationalen Pressekonferenz die Reiseregelung zu verkünden. 
  5. 18.00 Schabowski eröffnet die Pressekonferenz, die durch DDR-Fernsehen und Hörfunk live übertragen wird. 
  6. 18.53 Schabowski verliest die Pressemitteilung. Ein Journalist merkt auf und fragt nach, wann diese Maßnahme in Kraft treten soll. Schabowskis Reaktion "Ab sofort, unverzüglich!" ist folgenschwer. 
  7. 19.05 Presseagenturen reagieren unverzüglich und gerade passend zur Hauptnachrichtenzeit mit der Eilmeldung: "DDR öffnet Grenze.“ 
  8. 20.15 80 Ost-Berliner warten an den Grenzübergängen auf die Öffnung. Grenzwächter sollen zu diesem Zeitpunkt noch alle vertrösten und zurückschicken.
  9. 20.47 Das ZK beendet die Sitzung, ohne irgendetwas über die Vorgänge draußen mitzubekommen. 
  10. 21.30 Inzwischen sind etwa 1.000 Menschen an der Bornholmer Straße zusammengekommen. 
  11. 22.00 Mielke informiert Krenz durch einen Anruf. Später sagt Krenz: "Ich habe mich dann dafür entschieden, wir lassen den Dingen freien Lauf." Eine klare Weisung hat es nicht gegeben. 
  12. 22.28 Das DDR-Fernsehen teilt mit, dass Privatreisen von nun an ohne weitere Voraussetzungen möglich seien, aber auch weiterhin beantragt werden müssen. 
  13. 22.42 Die ARD-Tagesthemen stellen bereits fest, dass die DDR-Grenzen ab sofort für jedermann geöffnet seien. Aber das stimmt nicht: Der folgende Massenansturm ist eindeutig auf die Medien-Berichterstattung zurückzuführen. 
  14. 23.30 Tausende Menschen rücken auf die Grenzübergänge zu. Schließlich überrennen die Menschen die Kontrollstellen einfach, die Posten haben aufgegeben. Auf der Westseite der Mauer haben sich ebenfalls Tausende eingefunden, die die Ostberliner begeistert begrüßen - die größte Party, die die Stadt je gesehen hat!

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