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Wann wurde die Atombombe entwickelt?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:53
Wie kam es zur Entwicklung dieser furchtbaren Waffen?

Atomwaffen besitzen eine Zerstörungskraft, die viele hunderte Male größer ist als die von konventionellem Sprengstoff. Besonders unheimlich werden sie durch die Effekte der bei der Explosion freigesetzten radioaktiven Strahlung. Wie kam es zur Entwicklung dieser furchtbaren Waffen?

  1. Die atomphysikalischen Grundlagen dafür werden in den 1930er Jahren gelegt. Die deutschen Physiker Otto Hahn und Fritz Strassmann entdecken 1938, dass sich die Atomkerne des seltenen Uran-Isotops 235 unter Neutronenbeschuss spalten. 
  2. Lise Meitner vermutet gleich, dass es dabei zu einer explosionsartigen Kettenreaktion kommen kann. Zahlreiche andere Forscher in Europa und Amerika, darunter Enrico Fermi, Nils Bohr, Leo Szilard und Edward Teller beschäftigen sich ebenfalls mit diesem Thema. 
  3. Die Genannten sind nur einige der Wissenschaftler, die später an der Entwicklung der Atombombe mitarbeiteten - die Bombe war kein Ein- oder Zweimannprojekt! 
  4. Die 1930er Jahre waren aber nicht nur eine Blütezeit der Atomphysik, sondern auch durch die faschistische Machtergreifung in Deutschland geprägt. Nach 1933 kommt es zur Massenemigration vieler, vor allem jüdischer Wissenschaftler nach Großbritannien und in die USA. 
  5. Die Physiker die emigrierten waren weitgehend über die Ergebnisse ihrer im Land gebliebenen Kollegen informiert. Da sich Deutschland in diesen Jahren zu einer Bedrohung für große Teile der übrigen Welt entwickelt, wuchs im Ausland die Besorgnis, dass dort bereits an der Entwicklung von Atomwaffen geforscht werden könnte. 
  6. So wendeten sich prominente Physiker, unter ihnen Albert Einstein, 1939 mit einem Brief an den amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt. Sie schilderten die Gefahr und regten Gegenmaßnahmen (im Sinne der Entwicklung eigener Kernwaffen) an.
  7. Ironischerweise gelang Deutschland die Entwicklung von Kernwaffen bis 1945 nicht. In den USA wurde 1940 ein eigenes Kernwaffenprojekt ins Leben gerufen. Zunächst an verschiedenen Standorten verstreut (Oak Ridge in Tennessee, Hanford in Washington, Chicago University, Berkeley University), später konzentriert in Los Alamos, New Mexico, arbeiteten zehntausende Forscher, Techniker und Arbeiter unter anderem an der Anreicherung von Uran 235 und der Theorie und Technik der Kernwaffen. 
  8. Im Sommer 1942 lud der amerikanische Physiker Robert Oppenheimer seine Kollegen nach Berkeley (Kalifornien) ein, um im Rahmen eines Forschungssommers ihre Ergebnisse zu diskutieren und das theoretische Fundament für den Bombenbau zu legen. Auch hier traf man neben Amerikanern viele emigrierte europäische Physiker. Oppenheimer selbst hatte zwar ebenfalls deutsch-jüdische Wurzeln, jedoch war sein Vater bereits 1888 nach Amerika gekommen. 
  9. Im Herbst 1942 begannen unter Oppenheimers wissenschaftlicher Leitung die geheimen Arbeiten in Los Alamos. Es wurde mit verschiedenen spaltbaren Materialien, Zündmechanismen und Bombenformen experimentiert, schließlich entschied man sich für zwei praktikable Lösungen, deren Prototypen 1945 gebaut wurden. 
  10. Am 16. Juli 1945 fand in der Wüste New Mexicos der Trinity-Test statt: die erste Atombombe wurdd erfolgreich gezündet.

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