Foto: Shutterstock.com

Warum schieben wir anderen etwas in die Schuhe?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:18
Etwas zuzugeben ist nicht die größte Stärke eines Menschen...

Etwas zuzugeben ist nicht die größte Stärke eines Menschen, wofür es unterschiedliche Gründe gibt. Zum einen kann es ein Missgeschick gewesen sein, das einem zu peinlich ist, um darüber zu reden. Zum anderen kann ein Schaden entstanden sein, für den man nicht aufkommen möchte oder vielleicht auch nicht kann. Schnell lenkt man dann von sich ab und in sehr vielen Fällen geht es noch einen Schritt weiter: einem anderen alles in die Schuhe schieben.

Einem anderen etwas in die Schuhe schieben benötigt folgendes Szenario:

  • Es ist etwas passiert.
  • Es ist ein Schaden entstanden.
  • Es gibt einen Schuldigen.
  • Es gibt einen Anklagenden.
  • Es gibt einen Dritten und eigentlich unbeteiligten.

Folgende Gründe gibt es für dieses Verhalten:

  • Er hat Angst vor einem finanziellen Schadenersatz.
  • Er hat Angst um seine berufliche Stellung.
  • Er ist zu stolz, um einen Fehler zuzugeben.

Warum ist das so?

  • Nach einem entstehenden Schaden kommt der Geschädigte auf den Verursacher zu, weil er vermutet, dieser wäre für den Vorgang verantwortlich. Dabei ist es nicht wichtig, welche Arten von Fehlern und Schäden entstanden sind. Es kann sich zum Beispiel um einen materiellen Sachschaden, eine falsche Buchung oder einen vergessenen Termin handeln. Der Beschuldigte – auch wenn er seiner Schuld bewusst ist – möchte dieses Vergehen aber nicht zugeben.
  • Da der Geschädigte aber meistens nicht locker lässt, gibt es neben der Verleugnung der Tat dann nur die Möglichkeit, den Fokus von sich auf einen anderen zu lenken.
  • In diesem Falle wird man dann etwas einem anderen in die Schuhe schieben. Meistens ist es ein Selbstschutz, um selber nicht behelligt zu werden. Manchmal wird man aber auch einem anderen etwas in die Schuhe schieben, um diesem eins auszuwischen.
  • In den seltensten Fällen geht so etwas aber gut und daher sollte man sich immer im Vorfeld überlegen, welche Konsequenzen das hat. Oft ist die Zugabe eines Fehlers folgenärmer als das spätere Herauskommen einer Tat, weil der Schaden der Gleiche bleibt, man gleichzeitig durch Lügen und den Unmut der entsprechenden Beteiligten aber noch sehr viel mehr Negatives als den ursprünglichen Schaden hervorgerufen hat.
  • Jemand anderem etwas in die Schuhe schieben ist daher zwar ein oft praktizierter Selbstschutz, über dessen Folgen man sich aber immer im Klaren sein sollte.

Kommentare