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Warum soll man zu Silvester keine Wäsche waschen?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:32
Einigen von uns ist die Aussage: "Wasche bloß keine Wäsche zwischen Weihnachten und Neujahr!", möglicherweise gar nicht so fremd.

Einigen von uns ist die Aussage: "Wasche bloß keine Wäsche zwischen Weihnachten und Neujahr!", möglicherweise gar nicht so fremd.
Oft haben es die Eltern oder Großeltern erwähnt. Und vielleicht hat sich der ein oder andere auch daran gehalten. Aber was bedeutet diese Auffassung eigentlich und wie ist sie entstanden? Silvester sollte die Wäscheleine leer bleiben! Einfacher gesagt als getan. Ein Berg Wäsche hat sich bereits über die Feiertage angesammelt, weil man einfach nicht dazu gekommen ist. Und nun soll man diesen Wäscheberg einfach vernachlässigen und erst im neuen Jahr waschen? Keine Angst! Wenn ihr nicht abergläubisch seid und auch nicht an die alten Mythen glaubt, wird euch höchstwahrscheinlich nichts Nachteiliges widerfahren.

Was hat es mit diesem Mythos auf sich?

  • Etwa im 13. Jahrhundert entstanden die sogenannten "Perchtentage" und waren in der kalten Jahreszeit der Mittelpunkt des keltischen Glaubens. Mythen und Bräuche sind nichts Ungewöhnliches und so bildeten sich nach einem alten druidischen Brauch zum Jahreswechsel die Rauhnächte. In diesen Nächten, man nannte sie auch die "Zwölften", wurde alles gut beobachtet:
  • Das Wetter
  • Die Streitigkeiten
  • Das friedliche Miteinander
  • Das Arbeitsgeschehen
  • Es sind die 12 Tage von Weihnachten bis zur Nacht des 6. Januars, dem uns vertrauten Dreikönigstag. Die Percht, eine mysteriöse Frauengestalt oder auch germanisch-heidnische Göttin, kontrollierte diese Nächte. Es war Bedingung, dass bis zum Abend des 24. Dezembers alle Arbeiten verrichtet sind.

Die Natur ruht, also soll es der Mensch auch!

  • Wäsche waschen war zu diesen Zeiten in bitterkalten Nächten eine schwere Aufgabe für die Frauen. Nach einer aufwendigen Vorbereitung musste die Wäsche mit heißem Wasser übergossen werden. Dann wurde sie gewalkt, gewrungen, getrocknet und zum Bleichen ausgelegt. Anschließend musste heiße Kohle in das Bügeleisen geschüttet werden, um die Wäsche zu plätten. Die Frauen hatten also ordentlich zu tun. 

Die Zeit der Rauhnächte sollte dazu dienen, sich zu besinnen und neue Kräfte zu sammeln!

  • Genau das hat sich die Percht zur Aufgabe gemacht und sorgte dafür, dass die Frauen nicht so viel arbeiten. Neben dem Wäsche waschen durfte auch nicht geputzt, gesponnen oder gewebt werden. Wer sich nicht daran hielt, dem zürnte die Percht.
  • Die Frau Percht als uralte Sagengestalt, hat große Ähnlichkeit mit Frau Holle. Sie belohnte die Fleißigen und bestrafte die Faulen und Ungehorsamen. So ist die Sagengestalt auch unter verschiedenen Namen bekannt: Frugga, Fru Froke, Holle oder Wodan. Auch ihr Aussehen wir unterschiedlich dargestellt. Manche sehen sie als hässliche Alte in zerlumpten Kleidern und mit wüstem Haar. Anderen wiederum erscheint sie als wunderschöne Feengestalt. So jagte die Percht in den Nächten umher und jeder, welcher arbeitete, wurde angegriffen. Besonders böse wurde sie, wenn sie sich in einer Wäscheleine verfing.
  • Die große "Wilde Jagd" fand zu Silvester statt. Und so könnte man schlussendlich behaupten, dass diese Jagd verantwortlich ist für die Frage: "Hast du etwa über Silvester Wäsche gewaschen?"
  • Der Brauch als solches, ist eigentlich ein schöner Brauch und wird in einigen Regionen traditionell weiter geführt. Besonders in den bayerischen-alpenländischen Gefilden werden die Perchtentage gehörig gefeiert.
  • Und wenn wir ehrlich sind, was spricht gegen dieses Brauchtum? Gönnen wir uns doch eine gemütliche Auszeit und sammeln neue Kräfte für das neue Jahr. Dann wird uns vermutlich auch die Frau Percht gut gesonnen sein.

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