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Warum sterben wir? Wie erklärt man so eine komplizierte Frage kindgerecht?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:54
Kinderfragen können manchmal ganz schön kompliziert sein.

Kinderfragen können manchmal ganz schön kompliziert sein und zeigen uns auf wundersame Weise die eigenen Grenzen auf. Dass das Sterben und der Tod zum Leben gehören, können die lieben Kleinen sowohl rational als auch emotional am besten erfassen, wenn du dieses Thema offen angehst.

Bitte beachten

  • Nimm das Kind ernst – egal wie unlogisch, versponnen, irreal oder phantasievoll seine Fragestellung scheint.
  • Vertraue auf die Fähigkeiten des Kindes! Unterstelle niemals, dass es für dieses Thema noch zu „klein“ ist. Kinder, die in der Lage sind, eine Frage zu formulieren, sind auch reif für die entsprechende Antwort.
  • Gib dem Kind zu erkennen, dass du seine Frage verstanden hast und sein Interesse würdigst.
  • Antworte ihm! Das ist durchaus wörtlich gemeint. Ausflüchte, leere Phrasen oder Behauptungen verunsichern das Kind.
  • Hab Mut zur Lücke! Wenn du etwas nicht weißt, gib es zu.
  • Rege das Kind an, über seine Frage nachzudenken und so eventuell selbst Antworten zu finden. („Was denkst Du denn, warum...“)
  • Lass dich überraschen! Kinder haben eine manchmal seltsame, aber aus ihrer Sicht völlig logische Erklärung für bestimmte Dinge. Auf die Frage, warum denn der Himmel blau ist, könnte es antworten „Weil es sonst DIE Himmel heißen würde“
  • Überfordere das Kind nicht! Fakten, die es nicht aktiv erfragt, interessieren es (im Moment) nicht. Zuviele Informationen rutschen durch wie ein Geldstück in einem leeren Automaten.

Dinge die benötigt werden

  • genügend Zeit, Geduld und Einfühlungsvermögen, sich auf die kindliche Sichtweise einzulassen 
  • die Fähigkeit, sich kindgerecht und bildhaft auszudrücken
  • den Mut, ehrlich zu sein

Einem Kind das Sterben erklären

  1. Erkläre dem Kind den Lebenslauf vom Baby zum Greis. Welche Personen in den dazwischen liegenden Entwicklungsstadien kennt es? Kann es Unterschiede erkennen und benennen? Weiß es, wie sich Körper und Geist in diesen Altersstufen verändern?
  2. Erläutere dem Kind, dass es viele Gründe für den Tod gibt. Neben altersbedingtem Sterben können Menschen auch schweren Krankheiten oder einem Unfall erliegen.
  3. Sag dem Kind, was nach dem Tod mit Verstorbenen geschieht. Erläutere ihm die üblichen Bestattungsbräuche, ihre Notwendigkeit und ihre Bedeutung.
  4. Überlegt gemeinsam, was wohl danach kommt. Hierauf gibt es keine eindeutige Antwort, da sie sowohl vom Glauben als auch dem Entwicklungsstadium des Kindes abhängt. Verschiedene Kulturen haben über das Leben nach dem Tod verschiedene Ansichten. Welche gefällt dem Kind wohl am besten?
  5. Erkläre dem Kind, dass der Verstorbene weder Hunger, Durst noch Langeweile leidet; dass er dem Kind zwar nicht antworten, ihm aber zuhören kann und dass er durch die Erinnerung auf gewisse Weise „weiterlebt“. Achte auf deine Wortwahl – gerade an dieser Stelle darf nichts falsch verstanden werden!

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