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Warum zittert man wenn man friert?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Frieren ist eine Reaktion des Körpers auf eine niedrige Umgebungstemperatur.
Diese Reaktion wird gesteuert durch das Temperaturzentrum in unserem Gehirn, das für die Regulierung der Wärme und Kälte in unserem Körper zuständig ist. Das Frieren bei Kälte ist ein Vorgang, mit dem das Gehirn einen zu starken Abfall der Körpertemperatur verhindert, z. B. bei Temperaturabfall auf 35,5 Grad. Dies kann geschehen, wenn der Körper, der ständig Wärme über die Haut an die Umgebung abgibt, zu viel Wärme verliert. Bevor das Frieren den Körper zum Zittern bringt, laufen im Körper einige Vorgänge ab, wie z.B.

  • Die peripheren Organe – Finger, Nasen, Ohren, Zehen – erfahren herabgesetzte Durchblutung. Man beginnt an diesen Stellen zu frieren. Als Folge davon kann man kalte Füße und kalte Hände bekommen. 
  • Jetzt konzentriert sich die Durchblutung auf die lebenswichtigen Organe - Gehirn, Herz, Nieren, Verdauungsorgane.
  • Es findet eine Kontraktion der Blutgefäße in der Haut statt. Die Haut wird blass.
  • Jetzt fangen die Muskeln an zu zittern, weil das An- und Entspannen der Muskulatur in einer sehr schnellen Abfolge stattfindet.
  • Wie bei jeder Muskelarbeit, entsteht jetzt Wärme durch Erhöhung des Muskelstoffwechsels .

  • Das Zittern beim Frieren hat also die Funktion, bei Kälte als Gegenmaßnahme Wärme zu produzieren, um gleichmäßige Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. 
  • Durch Verengung der Hautgefäße wird Abfluss der Zitterwärme an die Umgebung unterbunden und der Wirkungsgrad des Kältezitterns erhöht. Starkes Kältezittern führt zum Schüttelfrost. 
  • Je nach dem in welchem kalten Zustand man ist, wird unterschiedliche Anzahl von Körperteilen an diesem Prozess der Erwärmung durch Zittern herangezogen – der Rumpf, Arme, Beine, Körperhaare und sogar die Kiefermuskulatur. 
  • Im letzteren Fall hört man das Zähneklappern. Uns stehen "die Haare zu Berge" und wir kriegen Gänsehaut, wenn sich die kleinen Hautmuskeln, die die Körperhaare festhalten, vor Kälte unwillkürlich zusammen ziehen. 
  • Jetzt stehen die Haare sprichwörtlich zu Berge, um ein Luftpolster zu bilden, wodurch die Wärme dicht am Körper bleibt. 
  • Um sich vor Kältezittern zu schützen, muss man sich bewegen, damit die Muskeln arbeiten und Wärme erzeugen können.
  • Zittern, das in der Medizin mit dem Begriff Tremor bezeichnet wird, kann natürlich auch andere Ursachen haben als Frieren durch Kälte, z.B. Begleiterscheinungen von Krankheiten. 
  • Ursachen können dann sein, u.a. Einnahme bestimmter Medikamente, Missbrauch von Koffein oder Alkohol, Angst, Stress, Alkohol- oder Drogenentzug bei Abhängigen, Fieber, Parkinson, Epilepsie, Multiple Sklerose, Schlaganfall oder Diabetes Mellitus.

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