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Was besagt das Kyoto Protokoll?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:52
Das Kyoto-Protokoll ist ein Ansatz der Weltgemeinschaft gegen die globale Erwärmung vorzugehen.

Anfang Dezember 2011 fand im südafrikanischen Durban eine der weltweit meistbeachtetsten internationalen Konferenzen der letzten Jahre statt. Sie war als siebte Konferenz im Rahmen des Kyoto-Protokolls von den Vereinten Nationen ausgerufen worden, um zu verhindern, dass eben dieses ohne rechtzeitig festgelegte Nachfolgeregelungen wie vorgesehen am 1. Januar 2013 auslaufen kann.

Weltweit bangten Umweltaktivisten, Politiker, Klimaschützer und schlichtweg Interessierte um ein Zustandekommen des angestrebten Vertrages. Doch warum ist das Kyoto-Protokoll so wichtig? Und was genau besagt es überhaupt?

  1. Zunächst einmal ist das Kyoto-Protokoll ein sogenanntes Zusatzprotokoll zur Ausgestaltung der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, welches im Dezember 1997 von 193 Staaten und der gesamten Europäischen Union anerkannt wurde. 
  2. Das heißt erst einmal nichts anderes, als dass ein Abkommen unter Führung der Vereinten Nationen getroffen wurden, welches sich den Klimaschutz zum Ziel gesetzt hat. 
  3. Allerdings ist das Kyoto-Protokoll das erste und bislang einzige dieser Abkommen, das völkerrechtlich verbindliche Ziele zur Regulierung des Ausstoßes von Treibhausgasen festlegen konnte, was einen riesigen Erfolg in den internationalen Bemühungen zum Klimaschutz darstellte, wobei jedoch die Tatsache, dass mit den USA einer der größten Klimasünder der Welt den Vertrag nicht ratifizierte, den Erfolg deutlich schmälerte.
  4. Mit der Unterzeichnung des Vertrages verpflichteten sich die Industrienationen ihre Emissionen an klimaschädlichen Gasen im Zeitraum von 2008 bis 20012 um 5,2% gegenüber dem Wert von 1990 zu reduzieren. 
  5. Als klimaschädliche Gase im Sinne des Abkommens gelten Kohlenstoffdioxid, Methan, Lachgas, Fluorkohlenwasserstoffe, perforierte Kohlenwasserstoffe und Schwefelhexafluorid, wobei zu beachten ist, dass einige dieser Stoffe in ihrem Ausstoß bereits durch andere Verträge und Abkommen, beispielsweise zum Schutz der Ozonschicht, geregelt sind.
  6. Während die Entwicklungs- und Schwellenländer keinerlei Reduktionszielen Folge leisten müssen, teilten die Industrienationen ihre Ziele zur Emissionsbegrenzung unterschiedlich auf, um im Durchschnitt die festgelegten 5,2% zu erreichen. 
  7. So verpflichtete sich beispielsweise die Europäische Union auf einen Emissionsrückgang von 8%, wozu Deutschland mit 21% einen wesentlich größeren Beitrag leistet als zum Beispiel Spanien, welches sich lediglich zum Ziel setzte die Steigerung der Emissionen auf 15% zu begrenzen.
  8. Auf späteren Nachverhandlungen wurde dieser Kernpunkt des Abkommens noch durch technische Feinheiten, wie das positive Anrechnen von großen Waldflächen oder Technologietransfers, ergänzt.
  9. Unter Wissenschaftlern und Umweltschützern ist der Nutzen und Erfolg des Kyoto-Protokolls höchst umstritten, da vielen die beschlossenen Ziele nicht weit genug gingen, und diese darüber hinaus von den meisten Ländern nicht einmal erreicht wurden. 
  10. Des Weiteren ist die Zukunft des Abkommens weiterhin unsicher, da es zwar zunächst verlängert wurde, weitergehende Maßnahmen jedoch notwendig sind.
  11. Doch trotz aller Kritik war das Kyoto-Protokoll ein überaus lobenswerter und positiver Ansatz der Weltgemeinschaft gemeinsam gegen die globale Erwärmung vorzugehen.

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