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Was feiern Christen am 26. Dezember?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:51
Die europäischen Länder feiern die Tradition des Weihnachtsfestes alle ein wenig anders.

Könnte man nicht denken, wir feiern Weihnachten zwei, ja fast drei Tage lang, weil Jesus Christus und seine Geburt so bedeutend für die Christen ist? Haben sich Christen aus diesem Grund einen zweiten arbeitsfreien Tag erkämpft, den die Gewerkschaften heute zum Wohle der Arbeitnehmer und in Solidarität mit ihnen weiterhin vehement verteidigen?

Oder sind Christen einfach auch nur ganz bequeme Leute, die ihren Glauben dazu benutzen, durch möglichst viele christliche Feiertage weniger arbeiten zu müssen?

Keiner dieser Gründe ist der Anlass, warum in Deutschland am 25. und ebenso am 26. Dezember Weihnachten gefeiert wird.

  1. Die europäischen Länder feiern die Tradition des Weihnachtsfestes alle ein wenig anders. 
  2. Das Feiern im Kreise der Familie, die Art der Festlichkeiten und die Bescherung werden in den verschiedenen Ländern Europas und der Erde unterschiedlich durchgeführt und auch zu unterschiedlichen Zeiten. 
  3. Wir in Deutschland, Österreich, der Schweiz und vielen anderen europäischen Ländern feiern das eigentliche Fest und die Bescherung am 24. Dezember, andere Länder legen dies auf den 25. Dezember. 
  4. Wieder andere machen die Bescherung erst am 26. Dezember. 


Warum feiern Christen aber nun an zwei Tagen, nämlich am 25. und 26. Dezember, Weihnachten?

  1. Soll das Fest einfach besonders lang sein, damit die Freude über die Geburt Jesu - oder die Freude über die vielen Weihnachtsgeschenke - lang andauern kann? 
  2. Nein. Christen feiern am 26. Dezember nicht, wie man erwarten könnte, noch einmal die Geburt Jesu, auch nicht fortlaufende Ereignisse nach der Geburt Jesu.
  3. Den 26. Dezember widmen die Christen dem Märtyrer Stephanus aus der Apostelgeschichte der Bibel. 
  4. Stephanus war ein hoher Gelehrter, ein Israelit. In der Apostelgeschichte hält Stephanus eine lange Rede. Der Anlass dieser Rede war der Vorwurf, dass Stephanus voll Begeisterung gepredigt habe, dass Jesus den jüdischen Tempel in Jerusalem zerstören und auch die jüdischen Gebräuche auflösen wollte. Das war das Schlimmste, das Juden sich damals vorstellen konnten.
  5. Stephanus bekennt sich in seiner Rede zu den großen jüdischen Männern des Alten Testaments, wie Moses oder Jesaja.  
  6. Als Stephanus den getöteten Jesus hier nun als Gottes Sohn verherrlicht, wurde er gesteinigt. Im Sterben des Stephanus spricht dieser Worte aus, die auch Jesus während seines Todes ausgesprochen hat, nämlich: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ und „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“. 
  7. Mit diesen Worten bekennt sich Stephanus ganz zu Jesus Christus und wird darin zum Vorbild des christlichen Glaubens. Stephanus Zeugnis von Jesus, dem Erlöser der Christen, feiern Christen am 26. Dezember.

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