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Was geschieht bei einer Kernschmelze?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Was bei einer Kernschmelze eigentlich geschieht wollen wir am Beispiel Japans erläutern.

Im Zuge der Geschehnisse in Fukushima, Japan im Jahre 2011, wuchs abermals die Angst der gesamten Weltbevölkerung vor einer nuklearen Katastrophe. Doch was bei einer Kernschmelze eigentlich geschieht bzw. geschehen könnte, wollen wir am Beispiel Japans erläutern:

  • Schutz in geschlossenen Räumen suchen und behördlichen Anweisungen folge leisten.
  • Jodtabletten nach offiziellen Anweisungen zu sich nehmen um die Schilddrüse zu schützen.

  • Jodtabletten zum Schutz der Schilddrüse
  • Radio oder TV-Gerät um behördlichen Anweisungen folge zu leisten

  1. Die japanischen Kraftwerke beispielsweise sind nach dem Erdbeben umgehend ausgeschaltet worden. 
  2. Die Brennstäbe, die normalerweise komplett mit Kühlwasser überspült sind, glühten aber wegen der so genannten Nachwärme nach dem Abschalten weiterhin. 
  3. Die Versorgung der Kühlung mit Notstrom wurde nur kurze Zeit durch Batterien aufrecht erhalten da die Notstromgeneratoren durch den Tsunami überflutet wurden.
  4. Die Folge: Die Brennstäbe heizten auf und im Reaktor war ein immenser Druckanstieg zu verzeichnen. 
  5. Das Wasser wurde in seine chemischen Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerspalten und es kam in Folge dessen zu einer Explosion.
  6. Es kann seitens der Spezialisten versucht werden, den Supergau mit Hilfe von Meerwasser und Borsäure zu verhindern. Das Meerwasser dient dabei der Kühlung der Brennstäbe, während die Borsäure die Kernschmelze vermeiden helfen soll.
  7. Falls ein solcher Katastrophenverhinderungsversuch fehlschlägt, schmelzen die Brennstäbe und gefährliches radioaktives Material sickert durch den zerstörten Reaktorboden und würde letzten Endes den Boden vergiften. Ein Schutz vor derartigen Ausmaßen, wie es in neueren Atomkraftwerken üblich ist, gibt es im japanischen Fukushima nicht.
  8. Extrem gefährlich wird es, wenn der Druck derart ansteigt, dass die Sicherheitsbehältnisse und Kühlrohre im Zuge der Kernschmelze explodieren, weil dann radioaktive Dämpfe und Teilchen unkontrolliert in die Luft geschleudert werden würden.
  9. Im Falle einer Kernschmelze kommt es zum Austritt von hohen Dosen Radioaktivität und eine radioaktive Wolke entsteht. Diese wird vom Wind getragen und ist den Naturkräften ausgeliefert.
  10. Als Schutzmassnahmen sollten Menschen im Umkreis von 20-30 km um den betroffenen Reaktorblock in Sicherheit gebracht werden, da hier die stärksten Dosen zu erwarten sind. Bei Niederschlag regnet sich eine solche radioaktive Wolke als sogenannter radioaktiver Fallout aus.
  11. Weitere Schutzmassnahmen sind das freie Gelände zu vermeiden und sich möglichst in Räumen mit wenigen Fenstern und dicken Mauern aufzuhalten.
  12. Jodtabletten sollten nach Anweisungen der Behörden eingenommen werden um die Schilddrüse zu schützen.

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