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Was heißt liberal? - Unterschiedliche Bedeutungen

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Die Ursprünge liberalen Gedankengutes stammen aus der Zeit der Aufklärung.

Der Begriff "liberal" leitet sich vom lateinischen liber= frei ab und der Liberalismus ist eine historische Bewegung, deren Ziel eine freiheitliche soziale, ökonomische und politische Ordnung ist. Die Ursprünge liberalen Gedankengutes stammen aus der Zeit der Aufklärung. Damals kamen die Ideen auf, die die Freiheit des Individuums für wichtiger ansahen, als totalitäre oder staatliche Zwänge. Der liberale Denkansatz sah die Hauptaufgabe des Staates in erster Linie im Schutz der Freiheit des Einzelnen und der Schaffung von Gesetzen, die diese Freiheit garantieren.

Theoretischer Hintergrund

Was heißt liberal in der Politik heute?

Im politischen Kontext steht Liberalität heute in den Augen ihrer Verfechter für moderne pluralistische Demokratie. Jeder Mensch soll im Rahmen der Gesetze so leben dürfen, wie er es für richtig hält. Der Staat soll seine Bürger möglichst wenig reglementieren. Die Gewährung von Meinungsfreiheit, Gewissensfreiheit und Glaubensfreiheit wird als wichtigstes Ziel der Politik angesehen.

Was heißt liberal in der Ökonomie?

Im ökonomischen Sinn steht liberal für Privateigentum und Vertragsfreiheit. Wirtschaftsliberale sehen im freien Wettbewerb und im eigennützigen Bestreben der Menschen nach Wohlstand, die stärkste Triebfeder für Wachstum, Fortschritt und Wohlstand einer Nation. Auch hier soll der Staat so wenig wie nur irgend möglich, regulierend eingreifen.

Was wird unter dem Begriff sozialliberal verstanden?

Eigentlich ist dieser Begriff ein Paradoxon, weil liberal und sozial einander konträr gegenüber zu stehen scheinen. Aber tatsächlich haben sich viele Liberale heute von der Idee des Individualismus ohne soziale Einbettung verabschiedet. Was heißt liberal für sie heute? Es bedeutet Freiheit in Gemeinschaft, Freiheit in sozialer Verantwortung und demokratischer Teilhabe. Schließlich hat die Geschichte gezeigt, dass die marktwirtschaftlichen Steuerungsmechanismen doch auch begrenzt sind und staatliche Interventionen, genau wie gesellschaftliche Mitbestimmung, für ein gesundes Staatswesen auch unverzichtbar sind.

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