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Was ist das Bundeszentralregister? - Hintergrundinformationen

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:28
Alle strafrechtlich relevanten Informationen über Personen ab dem 14. Lebensjahr werden in der Bundesrepublik Deutschland an einem zentralen Ort gesammelt

Alle strafrechtlich relevanten Informationen über Personen ab dem 14. Lebensjahr werden in der Bundesrepublik Deutschland an einem zentralen Ort gesammelt und verwaltet: dem Bundeszentralregister. Das Register wird beim Bundesamt für Justiz geführt. Hier finden sich alle Entscheidungen von Gerichten, Strafverfolgungs- und Verwaltungsbehörden, die nach den Vorschriften des Bundeszentralregistergesetzes (BZRG) eingetragen werden müssen.

Bitte beachten

Nach § 3 BZRG sind die folgenden Informationen im Bundeszentralregister enthalten:

  • strafgerichtliche Verurteilungen durch deutsche Gerichte, unerheblich ob sie Geld- oder Freiheitsstrafen betreffen
  • Entscheidungen von Verwaltungsbehörden und Gerichten
  • Vermerke über Schuldunfähigkeit
  • andere gerichtliche Feststellungen, wie z.B. die Aussetzung der Vollstreckung einer Freiheitsstrafe zur Bewährung, oder der Verzicht auf die weitere Vollstreckung einer Freiheitsstrafe zugunsten einer Abschiebung

Hintergrundinformationen

  • Auf Antrag ist es möglich, Auskunft aus dem Bundeszentralregister zu bekommen. Diese wird in der Regel in Form des polizeilichen Führungszeugnisses erteilt, wobei das Führungszeugnis nicht alle Angaben enthält, die im Bundeszentralregister zu finden sind. Geldstrafen werden z. B. erst ab einer Höhe von 90 Tagessätzen aufgeführt.
  • Eine unbeschränkte Auskunft aus dem Bundeszentralregister können bestimmte Behörden, wie die Staatsanwaltschaften, Gerichte und Justizvollzugsbehörden erhalten. Aber auch jede Person ab 14 Jahren kann eine entsprechende Auskunft beantragen und hat die Möglichkeit, am Amtsgericht ihres Wohnorts Einsicht in ihren eigenen vollständigen Eintrag im Bundeszentralregister zu nehmen.
  • Die Registereinträge werden nicht auf Dauer gespeichert. Je nach Strafhöhe unterliegen die Einträge unterschiedlichen Tilgungsfristen, nach denen sie nicht mehr im Register aufgeführt werden dürfen. Ab diesem Zeitpunkt darf über die betreffende Eintragung auf keine Auskunft erteilt werden, selbst wenn sie noch nicht endgültig gelöscht worden ist.

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