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Was ist der Volkstrauertag?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:32
Der Volkstrauertag ist ein in der Weimarer Republik eingeführter Tag, welcher den Kriegs- und Gewaltopfern aller Nationen gedenken soll.
Heute werden an diesem Tag vor allem der Toten des ersten und zweiten Weltkrieges gedacht.

Fact Box

  • der VDK (Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.) entwickelte 1919 nach dem Ersten Weltkrieg die Idee, einen Tag zu bestimmen, an welchem der Opfer des Krieges gedacht werden sollte
  • 1922 fand unter Reichstagspräsident Löbe die erste offizielle Gedenkansprache im Reichstag statt
  • jedoch wurde erst ab 1926 der Volkstrauertag jährlich regelmäßig gefeiert

Volkstrauertag unter dem Nationalsozialismus

  • Unter der Gewaltherrschaft Hitlers wurde 1933, nur sieben Jahre nachdem der Volkstrauertag offiziell eingeführt wurde, dieser Tag in "Heldengedenktag" umgetauft und diente nun nicht mehr dazu den Toten sondern vielmehr allein der gefallenen (deutschen) Soldaten zu gedenken, welche als Helden gefeiert wurden.
  • Noch heute wird er von Neonazis instrumentalisiert, um ihre Propaganda publik zu machen.

Volkstrauertag nach 1945

  • Der Volkstrauertag wurde nach Beendigung des Krieges wieder eingeführt; in der DDR als "Internationaler Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors und Kampftag gegen Faschismus und imperialistischen Krieg", in der Bundesrepublik Deutschland wurde den "Toten zweier Kriege an den Fronten und in der Heimat" gedacht. Seit der Wiedervereinigung gedenkt man gemeinsam den Toten des ersten und zweiten Weltkrieges.
  • Heute gedenkt man der Toten alljährlich zwei Wochen vor dem ersten Adventssonntag. Auf politischer Ebene gibt es eine einstündige Gedenkveranstaltung im Plenarsaal des Bundestages, welche unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten steht. Außerdem gibt es rund um den Volkstrauertag eine Vielzahl von Veranstaltungen und Kranzniederlegungen, beispielsweise auf der sowietischen Kriegsgräberstätte in Berlin.

Kritik am Gedenktag

  • Kritisiert wird dieser Tag vor allem aus linken Kreisen - es wird allen Toten gedacht, was, aus dieser Sicht, Täter (zum Beispiel im 2. Weltkrieg gefallene SS-Soldaten) und deren Opfer in eine Reihe stellt und somit eine Verharmlosung der begangenen Verbrechen darstellt.

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