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Was ist ein Erbschein?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:21
Der Erbschein ist ein amtliches Dokument, dass die Erbberechtigung regelt.

Der sogenannte Erbschein ist ein rechtliches Dokument, das notwendig ist, um die Erbfolge sowie den Umfang des Erbes rechtsgültig zu regeln. Den Erbschein erhält man nicht automatisch, sondern erst auf Antrag beim zuständigen ortsabhängigen Nachlassgericht. Darüber hinaus muss der entsprechende Antrag über einen Notar oder beim entsprechenden zuständigen Gericht protokolliert werden, damit er auch seine Wirksamkeit hat.

Der sogenannte Erbschein ist ein rechtliches Dokument.

  • In zahlreichen Erbfällen kann es notwendig sein, einen Erbschein zu beantragen, um seine eigenen Rechte als Erbe in Anspruch nehmen zu können. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn beispielsweise kein Testament des Erblassers vorliegt und es Streitigkeiten unter den einzelnen Erben gibt. Bei einem Erbschein handelt es sich um ein amtliches und rechtsgültiges Dokument, das nur vom zuständigen Nachlassgericht ausgestellt werden kann.
  • Im Erbschein wird das Ergebnis der Erbenermittlung genau protokolliert und festgehalten, damit die Ansprüche der einzelnen Erben (sofern mehrere vorhanden sind) entsprechend den darin enthaltenen Eintragungen geregelt und vorgenommen werden können.
  • Dieser Erbschein ist beispielsweise auch dafür erforderlich, um im Grundbuch den Namen eines Erben eintragen zu lassen, um dessen Ansprüche auf ein Grundstück oder ein Gebäude rechtsgültig werden zu lassen. Das Grundbuchamt verlangt beispielsweise immer die Vorlage eines Erbscheins, damit der Erbe seine Ansprüche bzw. seinen Eintrag ins Grundbuch vornehmen lassen kann.
  • Natürlich gibt es einen Erbschein nicht kostenlos. Ein Antrag auf einen Erbschein ist mit entsprechenden Kosten verbunden. Die Höhe dieser Kosten hängt davon ab, in welcher Höhe ein Erbe angetreten werden soll bzw. um welchen Betrag oder Wert es im Erbe geht.
  • Die Höhe dieser Gebühren für einen Erbschein staffeln sich nach den entsprechenden Wertbeträgen, die das Erbe darstellt. So fallen beispielsweise für ein Erbe in einer Höhe von bis zu 1000,00 Euro für den Erbschein Gebühren in Höhe von 10,00 Euro an, während es bei einem Wert des Erbes in Höhe von bis zu 500.000,00 Euro bereits mehr als 800,00 Euro sind, die für einen Erbschein als Gebühren bezahlt werden müssen.
  • Nicht zuletzt aus diesem Grunde versuchen Erben daher auch häufig, die Beantragung eines Erbscheins zu vermeiden, um diese Kosten einzusparen. Je nach Erbfall kann es unter Umständen sein, dass dieses Vorhaben auch gelingt. In manchen Fällen, die bereits erwähnt wurden, kommt man jedoch um die Beantragung dieses Erbscheins nicht herum.
  • Hat aber der Erblasser bei einem Notar ein gültiges Testament hinterlegt, ist ein Erbschein bzw. dessen Beantragung in der Regel nicht notwendig, da die entsprechende Erbfolge bei mehreren Erben in diesem in der Regel bereits geregelt wurde.
  • Besondere Regelungen gelten übrigens auch dann, wenn es bei einem Erbfall um landwirtschaftliche Güter oder Grundstücke geht.

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