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Was ist eine absolute Mehrheit? - Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:21
Vor allem bei Wahlen geht es oft um die absolute Mehrheit. Was ist das eigentlich?

Unter anderem in der Politik und unter Gesellschaftern von Aktiengesellschaften ist häufig die Rede von einer sogenannten absoluten Mehrheit. Natürlich dürfte weitgehend klar sein, dass es hier um Abstimmungen und Wahlen geht. Tatsächlich gibt es unterschiedliche Arten von Mehrheiten. So gibt es beispielsweise eine einfache Mehrheit, eine relative Mehrheit und natürlich die absolute Mehrheit. Doch wo liegen hier eigentlich die Unterschiede? Wie so oft sind diese eher in den Details zu finden.

Wichtige Hintergründe

  • Die Grundlagen für die Bestimmung der sogenannten absoluten Mehrheit können unterschiedliche sein. Wesentliche Bestandteile sind unter anderem: die Anzahl der Personen, davon die wahlberechtigten Personen und die Berücksichtigung der eventuell unterschiedlichen Wahlrechte der an der Wahl beteiligten Personen.
  • Zur Bestimmung der absoluten Mehrheit spielt jedoch die gesamte Anzahl der an der Wahl oder Abstimmung beteiligten Personen an sich keine wesentliche Rolle. Wichtig bei der absoluten Mehrheit ist nur, dass der Wahlsieg durch die Mehrheit aller an der Wahl oder Abstimmung beteiligten Personen zustande gekommen ist. Der Wahlsieger muss also eine Mehrheit von mehr als 50 Prozent aller abgegebenen Stimmen erlangen.
  • Oft ist übrigens die absolute Mehrheit mit der sogenannten einfachen Mehrheit gleichgestellt, die ebenfalls dann erlangt wurde, wenn der Wahlsieger mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten hat. Der Unterschied zur absoluten Mehrheit ist hauptsächlich darin begründet, dass bei der absoluten Mehrheit unterschiedliche Wahlrechte der an der Abstimmung beteiligten Personen eine Rolle spielen können.
  • Daneben gibt es aber auch noch die sogenannte relative Mehrheit. Bei dieser kommt es im Wesentlichen darauf an, dass der Wahlsieger einfach den höchsten prozentualen Anteil beim Wahlsieg erhält. Eine relative Mehrheit kann also im Gegensatz zur absoluten Mehrheit oder der einfachen Mehrheit auch äußerst knapp  zustande kommen. Theoretisch und natürlich auch praktisch reicht hier beispielsweise schon eine Mehrheit von einem Prozent zum Wahlsieg aus.
  • Bei bestimmten Wahlen beispielsweise können auch nacheinander unterschiedliche Abstimmungen durchgeführt werden. Wird beispielsweise bei einer Abstimmung während des ersten Durchgangs keine absolute Mehrheit einer Partei festgestellt, dann kann auch unter Umständen eine einfache oder sogar eine relative Mehrheit der Stimmen relevant für den Wahlsieg sein.
  • Darüber hinaus kann es auch eine Rolle spielen, ob die Stimmenthaltungen bei einer Abstimmung von Bedeutung sind. Oft werden ja die Stimmenthaltungen bei einer Wahl ebenfalls angegeben, obwohl sie für das Wahlergebnis nicht unbedingt eine große Rolle spielen.
  • Für verschiedene Abstimmungen und Wahlen gelten auch besondere Regelungen. So kann es beispielsweise sein, dass für eine bestimmte Abstimmung nicht die Mehrheit von mindestens 50 Prozent maßgeblich ist, sondern beispielsweise auch eine Mehrheit von zwei Dritteln. Letzten Endes kommt es darauf an, wie die Wahlregeln aussehen und wodurch im Einzelnen der Wahlsieg bestimmt wird bzw. wie er definiert wird.

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