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Was ist eine NGO? - Eine Begriffserklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:06
Non-Governmental Organizations machen immer häufiger auch sich aufmerksam.

Bei internationalen Meetings zu sozialen Fragen, gesellschaftlichen Problemstellungen und Umweltthemen machen immer häufiger Organisationen von sich reden, die in den Medien mit den drei Buchstaben NGO abgekürzt werden. Dahinter verbirgt sich die englische Bezeichnung "Non-Governmental Organizations". 

Non-Governmental Organizations

  • In den deutschen Sprachgebrauch übertragen bedeutet NGO (Mehrzahl NGOs) die Abkürzung Nicht-Regierungsorganisation oder Nichtstaatliche Organisation. Manchmal wird auch die Abkürzung NRO benutzt.
  • NGOs werden in den letzten Jahren nahezu bei allen Weltkonferenzen von internationalen Organisationen wie Uno, Unesco, Europarat oder der EU-Kommission anerkannt und kommen dort zu Wort. Auch nationale Regierungen beziehen in manchen Fällen NGOs in ihre Entscheidungen mit ein.
  • Zunehmende Bedeutung gewinnen die NGOs vor allem im Hinblick auf die stärker werdende Globalisierung in vielen Bereichen. Mit ihrer Lobbyarbeit streben sie nicht selten eine Korrektur staatlicher Entscheidungen an.
  • Kennzeichnend für NGOs ist, dass sie sich nicht einem gesellschaftlichen Milieu - wie etwa Gewerkschaften oder Industrieverbände - verpflichtet fühlen, sondern Sachfragen - wie Schutz des Wassers, Bekämpfung des Hungers oder Sicherung der medizinischen Versorgung - in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stellen.
  • NGOs müssen nach allgemeiner Anschauung bestimmte Kriterien erfüllen um als Gesprächs- oder Verhandlungspartner anerkannt zu werden. Dazu gehört, dass der zivilgesellschaftliche Interessenverband durch eine private Initiative gegründet worden und unabhängig von staatlicher Einflussnahme ist. Wert wird auf internationale Zusammensetzung der Mitglieder gelegt. Ebenso muss sich die Tätigkeit der NGO auf mindestens drei Staaten erstrecken aus denen sie auch ihre ihre finanziellen Zuwendungungen bezieht.Der Vorstand muss demokratisch legitimiert, also aus Wahlen hervorgegangen sein. Fest Mitarbeiter müssen ebenfalls für die Organisation tätig sein.
  • Die Bedeutung der NGOs hat insbesondere seit der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro 1992 erheblich zugenommen. Die Institution der NGOs ist allerdigs nicht neu. 
  • Als erste Menschenrechtsorganisation gilt die Foreign Anti-Slayery Society (Anti-Sklaverei Gesellschaft) aus dem Jahr 1839. Zu den ältesten NGOs - wenn auch dieser Name damals noch nicht üblich war und sich erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs durchsetzte - gehört auch das Rote Kreuz, das 1863 als erste humanitäre Organisatin der Welt gegründet wurde. 
  • Kritik an den NGOs wird weniger weniger ihrer Unabhängigkeit und ihres Expertenwissens, sondern wegen ihrer nicht immer durchschaubaren Legitimät und unklaren Transparenz geübt.
  • Die Anzahl der weltweit tätigen NGOs betrug im Jahr 1951 lediglich 832 und stieg in der Zwischenzeit auf mehr als 7.600. Zu den auch in Deutschland aktiven NGOs gehören die Vereinigung Ärzte ohne Grenzen, Greenpeace und Transparency International.

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