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Was ist eine Planwirtschaft?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:08
Im Rahmen der Planwirtschaft greift ein Staat vermehrt in den Wirtschaftsprozess ein.

Der Unterschied der Planwirtschaft gegenüber der Marktwirtschaft ist, dass eine Marktwirtschaft durch den Markt und dessen Teilnehmer gesteuert wird: Angebot und Nachfrage und der daraus entstehende Marktpreis beeinflussen den Wirtschaftsprozess. Alle Marktteilnehmer beeinflussen mit ihrem Marktverhalten die Entwicklungen.

Bitte beachten

  • Planwirtschaft bedeutet, dass der Staat in unterschiedlichem Ausmaß in den Wirtschaftsprozess eingreift.
  • Solche Eingriffe können sich auf Subventionen oder Steuererleichterung beschränken, aber auch umfassender sein.
  • Historische Beispiele zeigen viel weitreichendere Eingriffe: Mittels 5-Jahresplänen wurden Ressourcenbedarf, Produktionsmengen, Ausbildungs- und Arbeitsplätze über Prognosen geplant.

Überblick über Planwirtschaft

Staaten mit Planwirtschaft

  • Die bekanntesten Beispiele einer zentralen Planwirtschaft sind noch immer die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und die davon beeinflusste Deutsche Demokratische Republik.
  • Wichtigste Merkmale dieser Wirtschaftssysteme waren die zentrale Steuerung aller Produktionsprozesse und damit verbunden die Festlegung der Marktpreise. Die Steuerung der Produktionsprozesse war nur durch die Verstaatlichung vieler Produktionsbetriebe möglich. Diese mussten auf Grund von Jahresplänen, die durch Prognosen der staatlichen Planungsorganisation erstellt wurden, Produktionsmengen einhalten.
  • Diese Prognosen stimmten in den meisten Fällen nicht mit der Realität überein, folglich verschwanden am Ende eines Produktionszeitraumes manche Waren aus den Regalen.
  • Kuriose Fehlplanungen wie die, der Automobilindustrie (Trabant, Schwalbe etc.) blieben nicht aus. Teilweise konnten Häuser jahrelang nicht fertig gestellt werden, da das Arbeitsmaterial ausgegangen war.
  • Natürlich konnte ein planwirtschaftlicher Staat nicht eine Vielzahl unterschiedlicher Ausführungen eines Produktes anbieten (Kleidung, Küchengeräte etc.), da sonst die Möglichkeit für den Kunden bestanden hätte eine Auswahl zu treffen und damit das "schlechteste" Produkt im Laden zurückgeblieben wäre. Deshalb waren, wenn im Haushalt vorhanden, die Mixer, Föhne oder Kaffeemaschinen aller Familien gleich.
  • Der Mangel an verschiedenen Produkten lies eine teils auch illegale Tauschkultur entstehen, die in heutigen Wirtschaftssystemen ihres Gleichen sucht.

Kritik

  • Der Hauptkritikpunkt dieses Wirtschaftssystems liegt in der fehlenden Flexibilität. Unvorhersehbare Vorkommnisse, seien es Naturkatastrophen oder außenpolitische Störungen, können nur bedingt abgefedert werden.
  • Weiterhin kann eine optimale Versorgung der Bevölkerung nur schwer gewährleistet werden, meist herrschten Überfluss- oder Mangelerscheinungen, selten aber ein ausgeglichenes Angebot.
  • Mit dieser Politik lassen sich auch stetige Wirtschaftsbeziehungen zu anderen Ländern nur schwer halten. Abgesehen von den bisher genannten Gründen, ist dieses System auch sehr anfällig für politischen Missbrauch.

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