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Was ist eine Waldorfschule? - Eine Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:20
Global existieren nach Informationen 1028 Waldorfschulen, davon 233 in Deutschland.

Die Waldorfschulen sind Schulen, in denen die Erziehungswissenschaft auf der Basis Rudolf Steiners (1861-1925) in Form der von ihm ausgearbeiteten Menschenheilkunde gelehrt wird. In Deutschland ist diese Form der Ersatzschule staatlich anerkannt. Global existieren nach Informationen 1028 Waldorfschulen, davon 233 in Deutschland.

Wichtige Hintergrundinformationen

  • Die erste Waldorfschule wurde nach dem ersten Weltkrieg durch Rudolf Steiner eröffnet, der bereits in den Jahren zuvor (1906-1911) öffentliche Referate sowie einen Bericht publizierte.
  • Dies führte schließlich zur Eröffnung der Waldorfschule und Begründung der Waldorfpädagogik. In den darauf folgenden Jahren kam es zu Gründungen von weiteren Schulen in Deutschland.
  • Ende der 20er Jahre folgten Neueröffnungen in London, Basel, Budapest, Lissabon und New York.
  • Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges wurden begrenzte Neueröffnungen durchgeführt, deren Ausweitung sich ab den 70 er Jahren in Deutschland als auch im Ausland rasch vollzog. Jeder Schultag startet regelmäßig mit einem zweistündigen Hauptfach.
  • Über etliche Wochen wird das gleiche Fachgebiet (Deutsch, Mathematik, Kunst, Geschichte, Sachkunde, Biologie, Geographie, Physik und Chemie) behandelt.
  • Der darauffolgende vormittägliche und nachmittägliche Fachunterricht besteht aus zwei Fremdsprachen, die vom Beginn des ersten Schuljahres an gelehrt werden.
  • Ab der fünften Klasse wird eine dritte Fremdsprache unterrichtet. Neu auf dem Stundenplan ist die Unterrichtung auf dem Gebiet Handwerk und Kunst. Ein Pädagoge übernimmt den Hauptunterricht der Klasse in den ersten acht Schuljahren.
  • Mit dem Start der Schulzeit wird der Fachunterricht andererseits durch separate Fachlehrer durchgeführt. Jeder Schüler ist verpflichtet, ein Epochenheft für den Zeitabschnitt des Unterrichts zu führen.
  • Dieses dient zur Grundlage, die Leistung eines Schülers festzustellen. Im Unterricht der Waldorfschule kommen Schulbücher nicht in Betracht und werden im Unterricht kaum eingesetzt.
  • Auch werden Computer oder sonstige elektronischen Hilfsmittel überhaupt nicht oder fast nie in Anspruch genommen. Mit Beginn der Oberstufe wird der Hauptunterricht durch verschiedene Fachkräfte übernommen.
  • Die Waldorfschulen sehen es als Verpflichtung, die ausführliche Bildung zu übernehmen und vermeiden die ursprüngliche Notenbeurteilung, wie sie an anderen Schulen praktiziert wird.
  • Diverse Leistungsstufen werden mit Beginn der Oberstufe eingeführt und somit findet automatisch eine Versetzung statt.
  • Im Schulzeugnis findet keine Benotung bis zum 8. Schuljahr statt, vielmehr wird dem Schüler eine Spiegelbild seines Könnens und seiner Eigenschaften angefertigt.
  • Alle erforderlichen Prüfungen des jeweiligen Bundeslandes werden in den Waldorfschulen angeboten.
  • Der Waldorfschulabschluss endet nach dem 12. Schuljahr und wird in Deutschland im Unterschied zu diversen Ländern in Europa nicht akzeptiert.

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