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Was versteht man unter dem Begriff "Klassenkampf"?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Der folgende Artikel soll etwas Licht ins Dunkel bringen und erklären, was unter dem Begriff "Klassenkampf" zu verstehen ist.

Kapitalismus, Kommunismus und Klassenkampf. Dies alles sind Begriffe, welche unsere Welt geprägt haben und auch heute noch brandaktuell sind. Doch nur die Wenigsten wissen, wie die Ausdrücke zueinander in Verbindung stehen. Der folgende Artikel soll etwas Licht ins Dunkel bringen und erklären, was unter dem Begriff "Klassenkampf" zu verstehen ist.

Factbox

  • Das "Manifest der Kommunistischen Partei" wurde bis heute in über 100 Sprachen übersetzt und gehört seit 2013 zum UNESCO-Dokumentenerbe.
  • Alle kommunistischen Strömungen (Sozialismus, Leninismus) bauen auf der Theorie des Klassenkampfes auf.
  • Der Klassenkampf fand Eingang in vielen Liedern der ehemaligen Sowjetreupbliken und so auch in der DDR.
  • "Hinaus! Letzte Worte sind für Narren, die noch nicht genug gesagt haben." sollen Marx letzte Worte gewesen sein, bevor er 14. März 1883 in London starb.

Theoretische Hintergründe

Klassenkampf als treibender Motor geschichtlicher Ereignisse

Als Vater des Begriffes "Klassenkampf" gilt bis heute der deutsche Philosoph und überzeugte Kommunist Karl Marx (1818-1883). In seinem "Manifest der Kommunistischen Partei", welches er gemeinsam mit dem deutschen Kaufmann Friedrich Engels im Jahre 1848 verfasste, findet der Kampf der Klassen das erste mal ernsthafte Erwähnung in einem publizierten Medium. Der erste Satz im Anfangskapitel der Schrift lautet: "Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen“.

Marxistische Theorie

Nach Marx Überzeugung (marxistische Theorie) wurde also unsere gesamte menschliche Geschichte durch den Kampf von gesellschaftlichten Schichten geprägt. In der Theorie des Kommunismus stehen sich dabei genau zwei Gruppen von Individuen gegenüber: Die Ausbeuter und Besitzenden (Kapitalisten) und die Ausgebeuteten und damit Besitzlosen (Proletarier). Die Schrift traf damals genau den Nerv der Zeit, denn im fortschreitend industrialisierten Europa wurden die Unterschiede zwischen Kapitalisten und Proletariat immer deutlicher. Die Arbeiter in den Fabriken und Minen lebten am absoulten Existenzminimum unter menschenunwürdigen Bedingungen, während die Besitzer der Produktionsstätten immer mehr Reichtum anhäufen konnten. Die Lösung dieses Unrechts lag für Marx auf der Hand: Nur durch eine Revolution der Arbeiterklasse ließen sich die bisherigen Produktionsverhältnisse verändern. Eine klassenlose Gesellschaft (so wie sie als Ideal angestrebt wurde) sei nur durch einen weiteren Klassenkampf zu erreichen.

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