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Was versteht man unter dem Begriff "Verhaltensforschung"? - Ursprung und Entwicklung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Wer noch nicht vom Pawlowschen Hund gehört hat, hat entweder in der Schule gefehlt oder es steht noch auf dem zukünftigen Lehrplan.
In diesem Experiment wird einem Hund mit Hilfe einer Glocke beigebracht, dass es bei Ertönen dieser Futter gibt, womit der Speichelfluss des Tieres angeregt wird. Im Laufe des Trainings trat der Speichelfluss aber auch als Reaktion auf, wenn nur die Glocke ertönte OHNE dass es Futter gab. Pawlow beschrieb mit diesem Experiment zwar eher ein Beispiel der klassischen Konditionierung, es weist aber im ursprünglichen Sinne wichtige Aspekte der Verhaltensforschung auf.

Factbox

  • Der Ursprung liegt in der Zeit der Jäger und Sammler
  • Verhaltensforschung begann mit Tieren
  • Aristoteles beobachtete das Verhalten durch innere Triebe
  • Charles Darwin brachte die Verhaltensforschung mit Vererbung in Verbindung
  • Oskar Heinroth bezeichnetet Verhaltensforschung als Ethologie
  • HEUTE: Verhaltensbiologie, die bei Tier und Mensch Anwendung findet

Verhaltensforschung - Theoretische Hintergründe

Ursprung und Entwicklung

  • Die Verhaltensforschung ist in der Biologie, der Verhaltensgenetik und der Psychologie tief verankert. Sie erforscht das Verhalten von Tieren oder auch Menschen hinsichtlich der Entstehung und Auswirkung. Hierzu zählen innere oder äußere Faktoren durch die Umwelt, die Auslöser für ein gewisses Verhalten sind.
  • Der Ursprung geht weit zurück in die Zeit der Jäger und Sammler - in die Zeit, in der Menschen Tiere jagten, um zu überleben. Hierzu mussten sie das Verhalten der zu jagenden Tiere genau beobachten, um effektiv und sicher die Beute für das eigene Überleben und das der Familie sicherstellen zu können.
  • Belegbarer Ursprung ist der Zeitraum ab 384 v. Chr., wo sich Aristoteles einen Namen machte, indem er in seiner Historia Animalium die Verhaltenssteuerung der Tiere durch innere Triebe erwähnte.
  • Weitergehend entwickelte sich die Verhaltensforschung durch Charles Darwin, der sie auch rational betrachtete und erforschte, indem er das Verhalten von Tieren mit der Vererbung in Verbindung brachte.
  • Anfang des 19. Jahrhunderts legte Oskar Heinroth einen weiteren Meilenstein in der Geschichte und erwähnte den Begriff Ethologie. Grundlegend ist die Ethologie ein Bereich der Zoologie, wird aber mit verschiedenen Aspekten der Anatomie und Physiologie in Verbindung mit der Psychologie gebracht. Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieser Begriff durch die Verhaltensbiologie abgelöst und weiterentwickelt.
  • Heutzutage ist die Verhaltensbiologie nicht mehr nur auf Tiere, sondern auch auf Menschen ausgerichtet, wobei diese beiden Bereiche kombiniert zu betrachten sind.
  • „Ich bin schlau wie ein Fuchs“ sprach der Mensch und aß den vergifteten Apfel, während die „Glocke“ ertönte.

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