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Was versteht man unter einer Religionsgemeinschaft? - Definition

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Eine Religionsgemeinschaft oder Glaubensgemeinschaft, ist eine Gruppe von Menschen, die sich zu derselben Religion bekennt.

Eine Religionsgemeinschaft oder Glaubensgemeinschaft, beide Begriffe werden synonym verwendet, ist eine Gruppe von Menschen, die sich zu derselben Religion bekennt und die üblicherweise die zugehörigen Riten miteinander und in der Gemeinschaft ausübt. Als die erste Glaubensgemeinschaft in der Menschheitsgeschichte gilt die in Jerusalem unmittelbar nach der Auferstehung Christi entstandene Gemeinde. Diese wirkte vermutlich als Katalysator für die Entstehung weiterer Glaubensgemeinschaften, zunächst innerhalb Israels, später auch im gesamten Mittelmeerraum und darüber hinaus. Eine Epoche des intensiven Entstehens solcher Religionsgemeinschaften ist das 1. Jahrhundert nach Christi Geburt. Für diesen Zeitraum sind Entstehungen von Glaubensgemeinschaften in Antiochien, jedoch auch in Rom, in Ephesus und in zahlreichen Orten in Kleinasien sowie in Phrygien, in Bithynien und am Strand des Schwarzen Meeres bezeugt. 

Kirche

  • Verschiedene christliche Glaubensgemeinschaften bezeichnen sich selbst als Kirche. Sofern ihnen große Teile der entsprechenden Bevölkerung angehören, bezeichnen sie sich gern als Volkskirche. Glaubensgemeinschaften, die sich selbst als unabhängig von ihren jeweiligen Staaten definieren, bezeichnen sich als Freikirchen. Als die größte Religionsgemeinschaft weltweit gilt heute die Römisch-Katholische Kirche, die in vielen Ländern der Erde offizielle Staatskirche ist. Die Glaubensgemeinschaft mit dem stärksten Wachstum ihrer Mitgliederzahlen ist allerdings nicht die Römisch-Katholische Kirche, sondern die Pfingstbewegung. Auch kleinere christliche Gemeinschaften werden, unabhängig von ihrer Größe und Religion, oft als Glaubensgemeinschaften klassifiziert. Traditionell werden verschiedene Glaubensgemeinschaften auch offiziell als Sekten bezeichnet. Eine exakte Begriffsbestimmung und Abgrenzung zwischen einer Glaubensgemeinschaft und einer Sekte existiert allerdings bislang noch nicht. 

Finanzierung

  • Es ist üblich, dass sich Glaubensgemeinschaften finanzieren, um ihre Ausgaben zu decken. Es kann hierbasi zwischen dem Modell der Innenfinanzierung und demjenigen der Außenfinanzierung unterschieden werden. Die Innenfinanzierung beinhaltet die Kirchensteuern, die von den Angehörigen der jeweiligen Religionsgemeinschaft selbst aufgebracht werden müssen. Die Außenfinanzierung besteht beispielsweise in Spenden oder in Verkaufserlösen von selbsterstellten Waren oder Dienstleistungen, die zur Deckung der Ausgaben und zur Erzielung von Einnahmen veräußert werden. Häufig stehen Staat und Religionsgemeinschaften in einer konfliktreichen Beziehung zueinander, sofern die Religionsgemeinschaft hoheitliche Rechte wie beispielsweise Legislative, Exekutive und Judikative für sich oder sogar für sich allein beansprucht, was in der Vergangenheit Grund für den andauernden Konflikt zwischen dem Papsttum und den deutschen Kaisern war (Investiturstreit).

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