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Was war das Apartheidsregime?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:59
Die Zeit der Apartheid dauerte in Südafrika bis zum Jahr 1994 an.

Als Apartheid (apart - getrennt) bezeichnet man die Zeit der Rassentrennung (Trennung der weißen von der schwarzen Bevölkerung) Südafrikas, welche ihren Ursprung im frühen Zwanzigsten Jahrhundert fand und bis zum Jahre 1994 andauerte.

  1. Der Niederländer Jan van Riebeeck gründete im Jahre 1652 im Namen der Vereinigten Ostindischen Compagnie an der Stelle des späteren Kapstadt die erste dauerhafte europäische Siedlung in Südafrika, um den Handelsschiffen der Gesellschaft einen sicheren Hafen zu gewährleisten. 
  2. Dies war der erste Schritt zur späteren Kolonialisierung Südafrikas.
    Ursprünglich war Südafrika im Südosten des Sambesi von Völkern der San (Buschmänner) besiedelt, welche jedoch von einwandernden Bantugruppen zum Teil verdrängt wurden. 
  3. Bereits in der Mitte des 15. Jahrhunderts waren von portugiesischen Seefahrern an der Küste kleinere Niederlassungen gegründet worden, doch erst die als Buren bekannten Niederländer siedelten, betrieben Landwirtschaft und begannen, mit den Einheimischen Handel zu treiben. 
  4. Aufgrund großen Kinderreichtums sowie stetiger Einwanderung aus dem Mutterland sahen sich viele Niederländer, als sogenannte Treckburen, gezwungen, nach neuem Weideland zu suchen, indem sie in Richtung Nord und Ost aufbrachen, wo sie die dort ansässigen Völker vertrieben oder zur Lohnarbeit zwangen.
  5. Als im Jahre 1794 die Vereinigte Ostindische Compagnie ihren Bankrott eingestehen muss, ergreifen die Briten die Chance und übernehmen ein Jahr später die niederländischen Niederlassungen, um sie in das Britische Empire einzugliedern.
    Nicht einverstanden mit den britischen Reformen, wandern viele Buren Mitte des 19. Jahrhunderts aus den britischen Gebieten ab, um eigene Republiken zu bilden.
  6. Im Jahre 1854 entsteht so der Oranje-Freistaat und zwei Jahre darauf wird im Nordosten des Landes die Südafrikanische Republik ausgerufen.
    Es folgen Auseinandersetzungen mit den Briten, welche darin resultieren, dass ganz Südafrika 1902 wieder unter britischer Oberherrschaft steht.
  7. Dennoch müssen die Briten aufgrund erfolgreicher Wahlen für die Buren in deren Republiken viele Eingeständnisse machen, aus welchen später die rigorosen Rassengesetze der Buren resultieren.
  8. 1909 tritt die neue Verfassung in Kraft, welche allen Nicht-Weißen das Wahlrecht abspricht.
    Das Eingeborenen-Landgesetz wird 1913 verabschiedet.
  9. Dieses erlaubt es Farbigen nur noch, Land in speziell ausgewiesenen Zonen zu erwerben.
  10. Weitere Gesetze folgen, welche die Trennung zwischen Schwarz und Weiß noch verschärfen, indem auch in Stadtgebieten spezielle Wohngebiete für Schwarze angewiesen werden. Die Trennung zwischen den Rassen bezieht sich unter anderem sogar auf den Aufenthalt an den Stränden und nimmt extreme Ausmaße an, welche erst im Jahre 1994 endlich ihr Ende finden.

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