Foto: Shutterstock.com

Welche Staatstheorien gibt es? - Historischer Querschnit

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Staatstheorien behandeln die Fragestellungen was ein Staat ist.

Staatstheorien behandeln die Fragestellungen was ein Staat ist, wie er entsteht, welche Formen er annimmt und welche Aufgaben und Ziele er zu erfüllen hat. 

Antike

Die ersten Staatstheorien gehen auf die griechisch-römische Antike zurück, als sich Männer wie Herodot, Platon, Aristoteles und Cicero mit Fragen auseinander setzten, wer Bürger- und somit Wahlrechte besitzen sollte und wer nicht und wie beispielsweise ein idealer Staat beschaffen sein müsse, in dem alle Menschen glücklich und in Harmonie leben könnten. 

Mittelalter

Die mittelalterlichen und vor allem unter dem Einfluß des Christentumes entwickelten Staatstheorien, die Entwürfe Thomas von Aquins und Martin Luthers, kreisten um Themen wie das Zusammenwirken von Glaube und Vernunft in einem Staat, die Berechtigung von Formen und Relikten des Naturrechtes und das generelle Verhältnis von Kirche und Staat zueinander. 

Islam

Der Koran beinhaltet die staatstheoretischen Gedanken Mohammeds als Grundlagen für politische Entscheidungen. Hier werden Religion und Wissenschaft sowie Religion und Politik meist als untrennbar gesehen, so dass die Schari'a als das göttliche Gesetz und Primat der Religion in der Verfassung vieler islamischer Staaten verankert ist. 

Aufklärung

In der beginnenden Neuzeit debütierte der Italiener Niccolò Machiavelli mit seinem Werk "Der Fürst", welches einen starken Herrscher fordert, der auf der Basis des Naturrechts als der Stärkere über die Masse der Schwächeren herrschen kann und muss. Dem stellte Jean Bodin die Idee eines Gemeinwesens gegenüber, welches durch die Idee der Souveränität gelenkt werde. Im 18. Jahrhundert entstanden insbesondere in Frankreich und England durch Jean-Jacques Rousseau, Thomas Hobbes und John Locke mit den sogenannten Vertragstheorien erste Vorformen eines demokratischen Staatsverständnisses. Der Einzelne, so diese Theoretiker, verzichte auf einige Rechte, wie das Gewaltmonopol oder die Möglichkeit, selbst zu richten und übertrage diese Rechte auf den Staat, von dem er dafür im Gegenzug Schutz und Fürsorge erwarten könne. 

Kant und Hegel, Marx

Kant und Hegel etablierten dann im 19. Jahrhundert liberale und demokratische Ideen, wonach der Staat die Basis der sittlichen Existenz des Menschen sei. Parallel dazu entwickelten sich sozialistische Staatstheorien (Karl Marx), die den Staat als Machtinstrument der herrschenden Klasse definierten und dessen Abschaffung propagierten. 

Heute

Die heutige Staatstheorie basiert auf den Staatslehren der Weimarer Republik.

 

Kommentare