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Weltfrauentag – Geschichtliche Entwicklung?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:18
Der Weltfrauentag wird seit nun knapp hundert Jahren jedes Jahr am 8.März von Frauenorganisationen,

Der Weltfrauentag wird seit nun knapp hundert Jahren jedes Jahr am 8.März von Frauenorganisationen, der unterschiedlichsten weltanschaulichen Couleur begangen. Eingerichtet hat diesen internationalen Weltfrauentag die Vereinten Nationen. Sie erinnern damit an den langen Kampf und Einsatz von Frauen für mehr Frauenrechte, die Gleichstellung der Frau und das Frauenwahlrecht. Bis heute sind die wesentlichen Forderungen noch nicht überall durchgesetzt.

Geschichtlicher Hintergrund

  • Der Weltfrauentag erinnert auch in seiner historischen Dimension daran, dass die Rechte der Frau keine Selbstverständlichkeit sind.
  • Vor allem die deutsche Sozialistin Clara Zelkin plädierte gegen den Widerstand ihrer männlichen Kollegen auf der Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz im August 1910 in Kopenhagen für einen Weltfrauentag.
  • Bürgerliche Frauenrechtlerinnen in den USA schlossen sich den Forderungen an. 1911 fand der erste Weltfrauentag auch in Dänemark, Österreich-Ungarn und Deutschland statt.
  • Es war kurz vor dem 1. Weltkrieg und die Monarchie mit ihren alles beherrschenden Männerdomänen ließen den Frauen außer den berühmten drei K*s noch keinen Raum. Keine Frage, dass sich weltanschaulich sehr unterschiedliche Frauenbewegungen im Herzen ihres Anliegens eins wussten.
  • Nicht nur die Suffragetten Englands kämpften für das Frauenwahlrecht und setzten sich damit den gesellschaftlichen und politischen Anfeindungen aus. Viele wanderten dafür auch ins Gefängnis.
  • Mitten im Ersten Weltkrieg kam zusammen mit der Revolution in Russland durch Lenin 1917 der Durchbruch. Erst schien es als sei das wichtigste Ziel, das Frauenwahlrecht am 12. November 1918 durch SPD und USPD der provisorischen Reichsregierung nach Kriegsende erreicht. Zumindest hat die wichtigste Forderung für knapp 20 Jahre Bestand.
  • Doch dies bezog sich ja nur auf Deutschland. Aus dem kommunistischen Lager kam die Forderung eben einen Weltfrauentag als internationalen Gedenktag einzuführen. Lenin soll 1921 dieser Aufforderung der kommunistischen Frauenrechtlerin Alexandra Kollantja und ihren Anhängerinnen nachgekommen sein.
  • Nach 1945 wurde der Frauentag sehr unterschiedlich begangen. Im Osten, hinter dem Eisernen Vorhang war dieser Weltfrauentag politisch und mit vielen sozialistischen Propaganda-Veranstaltungen belegt.
  • Denn das sozialistische Frauenbild sah in der Frau zuerst die Werktätige, die am Aufbau des real existierenden Sozialismus mit zu bauen hatte.
  • Bis in die 60er Jahre spielt der Frauentag im Westen wegen dem Wiederaufbau kaum eine Rolle.
  • Erst mit den 68ern kann man sagen, trat das Anliegen der Emanzipation, gleiche Rechte für Frauen, wieder deutlicher in dem Mittelpunkt.

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