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Wem gehört der Meeresboden? - Eine Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:07
In Zeiten von knapp werdenden Ressourcen an Land...

In Zeiten von knapp werdenden Ressourcen an Land stellt sich Frage, wem gehört eigentlich der Meeresboden? Die jedoch bedeutendere Frage scheint zu sein, wem gehören die darin befindlichen wertvollen Rohstoffe? Bis zum heutigen Tag wurden noch keine Grenzen auf hoher See gezogen und selbst in der Nähe der Küsten kommt es, obwohl dort Richtlinien festgelegt wurden, immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Ländern.

Hintergrundinformationen

  • Das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1982, welches seit 1994 von der Europäischen Gemeinschaft mitgetragen wird, regelt alles, egal ob es den Tiefseebergbau oder die Schifffahrt betrifft, was in, auf und unter den Meeren genehmigt und verboten ist. 
  • In diesen Seerechtskonventionen der Vereinten Nationen wurde das Meer in verschiedene Zonen eingeteilt und von den meisten Staaten rund um den Globus bindend unterzeichnet.

Die Zwölf-Seemeilen-Zone

  • Diese Zone bezieht sich auf das Küstenmeer. Hier gilt das Recht des jeweiligen Landes und somit gehört es zum Staatsgebiet.

Die 200-Seemeilen-Zone

  • Auch „Ausschließliche Wirtschaftszone“ genannt, schließt direkt an das Küstenmeer an. 
  • In dieser 200-Seemeilen-Zone hat der Staat das alleinige Entscheidungsrecht über Fangquoten der Fischerei und Lizenzvergaben für die Rohstoffsuche und deren Abbau. 
  • Auf die daraus resultierenden Einnahmen hat das jeweilige Land einen Anspruch.

Die „Hohe See“

  • Sie liegt außerhalb der 200-Seemeilen-Zone und wird in der Seerechtskonvention (Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen) als „gemeinsames Erbe der Menschheit“ definiert. 
  • Dieser Zustand gibt daher immer wieder Anlass zu Streitigkeiten. Um dem vorzubeugen, muss sich jedes Land, dass außerhalb seiner 200-Seemeilen-Zone Tiefseebergbau vornehmen möchte, an die Internationale Meeresbodenbehörde auf Jamaika wenden. 
  • Eine Ablehnung oder Genehmigung von dieser Behörde ist für alle Staaten bindend, denn sie alleine verwaltet die Bodenschätze der Tiefsee. 
  • Schon jetzt liegen den Vereinten Nationen Anträge auf Ausdehnung der Hoheitsgebiete (200-Seemeilen-Zone) auf 350 Seemeilen vor. 
  • Der Kampf um die Gebiete in der Tiefsee hat begonnen und im Augenblick ist noch nicht abzusehen, wer gewinnen wird.

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