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Wie definiert sich die Demokratietheorie?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Die Demokratietheorie wurde bereits von den Denkern der griechisch-römischen Antike (unter anderem von Herodot, Platon, Aristoteles und Cicero) aufgestellt.

Die Demokratietheorie wurde bereits von den Denkern der griechisch-römischen Antike (unter anderem von Herodot, Platon, Aristoteles und Cicero) aufgestellt; sie beschreibt und untersucht die politische Ordnung der Demokratie. Damit ist die Demokratietheorie ein Teil der menschlichen Ideengeschichte und ein wesentlicher Pfeiler der modernen Politikwissenschaft. 

Was ist Demokratie überhaupt?

  • Zunächst ist die Demokratietheorie bemüht, einen allgemeingültigen Inhalt des Begriffes Demokratie zu formulieren. Ursprünglich, so postuliert es die Demokratietheorie, bedeutet Demokratie die politische Herrschaft eines Volkes. Diese Volks-Herrschaft, so beschrieb es Abraham Lincoln, kann sowohl direkt (im Wege von Urabstimmungen) oder aber indirekt (über ein Parlament gewählter Volksvertreter) ausgeübt werden. In jedem Falle, so forderte es Lincoln, muss die direkt oder indirekt ausgeübte Volksherrschaft den Interessen des Volkes dienen und somit zu dessen Nutzen angelegt sein. Die Theorie stellt dabei meist einen zentralen Begriff in den Mittelpunkt, von dem aus sie Demokratie zu definieren sucht. Dieser zentrale Begriff ist zumeist Volkssouveränität, Gleichheit aller, Partizipation, Gewaltenteilung, Mehrheitsherrschaft, Pluralismus, Wahlen oder anderes mehr. 

Historische Herleitung

  • Die Theorie geht bei ihrer Definition des Begriffes von der attischen Demokratie aus, die unter Demokratie eine real ausgeübte Herrschaft der Masse des Volkes verstand. Bis zur Französischen Revolution galt Demokratie schließlich als eine Unordnung, die dem Plan der göttlichen und harmonischen Weltordnung daher widersprechen müsse. Erst die Französische Revolution begriff Demokratie als Ausdruck des Volkes, sein Verlangen nach Gleichheit und Teilhabe in eine bestimmte und legitime Form von Staat zu gießen. In der Folge entwickelte die Demokratietheorie empirische und normative Ansätze zur Demokratie. 

Moderne Denkansätze

  • Der empirische Ansatz betont die Repräsentationsfunktion der Demokratie vor dem Anspruch der Herrschaftsbeteiligung der Bürger. Der normative Demokratiebegriff proklamiert hingegen die unmittelbare Beteiligung des Bürgers an der Ausübung der Herrschaft und fordert die Volkssouveränität. Ferner entwirft die Demokratietheorie jeweils verschiedene Modelle für das Funktionieren von Institutionen wie Regierung, Parlament und Wahlen; für die Verhaltensweisen von Akteuren wie Berufspolitiker, Parteien und Wähler innerhalb einer Demokratie und zu den Interessenlagen und Handlungsmechanismen dieser Akteure. Heute ist die moderne Theorie bemüht, eine allgemeingültige philosophische, juristische und politische Legitimation für die gegenwärtig existierende Staats- und Gesellschaftsform der bürgerlich-parlamentarischen Demokratie zu erarbeiten und zu formulieren.

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