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Wie erkennt man, dass das Gegenüber lügt?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:49
Laut Studien soll jeder Mensch 50 bis 200 mal am Tag lügen.
Die Reichweite geht hier von einem gelogenen „Gut“ auf die Frage, wie es einem geht und in Wahrheit gar nicht gut geht, bis hin zu ernsthaft gelogenen Sachverhalten, die andere Menschen sogar in Miseren bringen. 

Zwischen Frauen und Männer gibt es Unterschiede, was die Intension des Lügens betrifft: 
Frauen lügen eher, um das Gegenüber nicht zu verletzten (z.B. auf die Frage, wie der neue Pullover oder die neue Frisur der Kollegin gefalle), zu motivieren (wie z.B. „Sehr gut hast du das gemacht!“ – obwohl das Resultat womöglich eher mittelmäßig geworden ist) und zu trösten (z.B. nach der Trennung des Partners wegen einer anderen: „Mit dieser hässlichen Kuh wird er nicht lange zusammen bleiben.“ – auch wenn die aktuelle Neue in Wahrheit nicht so schlecht aussieht...). 
Männer lügen vermehrt, um sich zu brüsten, duellieren und matchen – also kurz und gut gesagt, um, beispielsweise im Job, gut dazustehen. 

Doch ganz nach dem Motto: „Lügen haben kurze Beine“, gibt es einige Erkennungsmerkmale, die einen intensiven und aufmerksamen Beobachter den Lügen der anderen auf die Schliche kommen lassen. 
An welchen Zeichen lassen sich Lügner entlarven?

  • Die Gründe für´s Lügen können Vielfältig sein. Am häufigsten wird aus Scham, Angst, Mitgefühlt, Mitleid, Feingefühl und Höflichkeit gelogen.
  • Um aus Angst zu lügen, kann Angst vor Ablehnung, Angst vor Konflikten, Angst vor Inakzeptanz und Angst vor Missbilligung, hinter der Lüge stecken. 
  • Selbstverständlich gibt es auch Menschen, die bewusst lügen, um andere in die Irre zu führen, fehlzuleiten und Sachverhalte zu verdrehen. Diesen Lügnern sieht man es aber auch am ehesten an, was dazu führt, dass manche Menschen ohnedies einen großen Bogen um sie machen.

  • Beobachtungsgabe
  • Gutes Gehör

  1. Frauen enttarnen Lügen oft bereits am Tonfall des Gegenübers. Der eigene Partner wird dabei am leichtesten entlarvt, da seine Stimme, wenn er „flunkert“, sich verändert. Dahinter muss in den wenigsten Fällen etwas Schlimmes stehen und natürlich lügen genauso die Frauen in ihrer Beziehung. 
  2. Die Stimme einer lügenden Person wird meistens höher und entspringt mehr aus dem Kehlkopf – also von weiter oben. 
  3. Wenn das Gegenüber lügt, frieren das Lächeln und der Gesichtsausdruck ein wenig ein. Ein Zeichen für Anspannung und Nervosität. Ebenso kommt es zu einem leicht "einseitig schiefen Gesicht". Das rührt daher, dass sich manche Gesichtsmuskeln einseitig verspannen. 
  4. Ein weiteres Zeichen für Nervosität beim „Verzapfen“ einer Unwahrheit, sind feuchte Handflächen. Wenn der Mensch einem nahe steht, kann man dies unter Umständen mit einem kurzen Test-Griff „überprüfen“. 
  5. Tritt Erregung unterschiedlicher Art, beispielsweise aus Aggression, ein, werden Pupillen weit. Doch auch beim Lügen, kommt es – wenngleich zu einer ängstlichen – Erregung. Somit ist auch in einem solchen Szenario, eine Pupillenerweiterung zu beobachten. 
  6. Sehr nervöse und unroutinierte Lügner, kann man an einem roten Gesicht (durch die mit der Nervosität verbundene stärkere Durchblutung der Gesichtshaut), an angespannter Körperhaltung und –Sprache sowie an nervösen Gesten, wie dem Wackeln mit dem Fuß und dem Spielen mit der Hand, herausfiltern. 
  7. Abschließend der Lügen-Enttarnungs-Trick für Fortgeschrittene: – NLP!
  8. NLP (Neurolinguistisches Programmieren) ist ein Konzept, das sich mit menschlicher Kommunikation beschäftigt und im Jahr 1975 gegründet wurde. 
  9. NLP besagt, dass der Mensch – sobald er nach rechts blickt – „konstruiert“, also sich nicht „erinnert“. Sobald man sich an etwas erinnert, blickt man – so die NLP-Theorie – nach links. 
  10. Rechts oben: der Befragte konstruiert in Bildern oder Bilder – visuell.
  11. Rechts horizontal: der Befragte konstruiert Geräusche, Klänge oder Töne (dort müsste beispielweise der Blick eines Musikers beim Komponieren der Noten hinfallen) – auditiv.
  12. Rechts unten: der Befragte konstruiert Gefühltes, Gefühle, Gerüche, Empfindungen – kinästhetisch. 
  13. In einer Situation, in der das Gegenüber dazu befragt wird, wie dieses oder jenes Treffen/Meeting/Abendessen gewesen sei und während der „Antwortsuche“ in der rechten Zone seines Blickfeldes umherblickt, kann man davon ausgehen, dass diese Person sich weniger an etwas Erlebtes „erinnert“, als gerade eine Information neu zu konstruieren und erfinden. 
  14. Studien ergaben dazu auch, dass man das Blicken in diverse Richtungen kaum unterdrücken kann, da es beispielweise, um wirksam zu Konstruieren, unbedingt erforderlich ist. Andernfalls gelangt man an nur mangelhafte Informationen. 
  15. NLP-Blickrichtungen machen sich des Öfteren auch Personalsuchende zunutze, um zu testen, ob der Bewerber die Wahrheit sagt. Aus diesem Grund ist größtmögliche Authentizität bei Interviews das Um und Auf. 
  16. Abschließend ist zu sagen, dass kleine Flunkereien und Lügereien beinahe ein „Muss“ sind, um seine Mitmenschen nicht zu verletzen. Nicht hinter jeder Lüge steckt eine böse gemeinte Absicht, sondern, wie die Gründe für das Lügen (unter "Bitte beachten") veranschaulichten, oftmals ist Lügen sogar mit guten Hintergedanken versehen. 
  17. Deshalb sollte man nicht zwanghaft danach trachten, die kleinen Schwindlereien komplett aus seinem Leben und dem der Mitmenschen zu verbannen und allem auf die Schliche kommen zu wollen...

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