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Wie lange sind Bücher urheberrechtlich geschützt?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Urheberrecht - Schutz geistigen Eigentums in ideeller und materieller Hinsicht.

Wir leben heute in einer Welt des ständigen Datenflusses. Über das Internet ist fast jedem eine Fülle an Informationen zugänglich, aus denen er sich hemmungslos bedienen kann. Abschlussarbeiten werden online verkauft und sogar ganze Bücher kann man sich mittlerweile als sogenannte E-Books herunterladen. Dabei kommt die Frage auf, inwieweit es noch möglich ist, das Gedankengut des Einzelnen zu schützen? Für solche Fälle gibt es unter anderem das Urheberrecht, welches ein subjektives und absolutes Recht auf Schutz geistigen Eigentums in ideeller und materieller Hinsicht garantiert.

Ein solches Schutzrecht ist aber keinesfalls selbstverständlich. Bis ins Hochmittelalter war das Konzept eines Schutzrechtes auf geistige Werke vollkommen unbekannt. Erst mit der Erfindung des Buchdrucks um 1440, wodurch eine Welle an Raubdrucken ausgelöst wurde, änderte sich das. Einzelne Verleger kamen auf die Idee, bei ihren Landesfürsten um ein Sonderrecht zu bitten, welches das Nachdrucken ihrer Werke verbieten sollte. Diese Sonderrechte hießen Privilegien und sind sozusagen die Vorfahren der heutigen Druckgenehmigungen.

Heute gibt es genaue Vorschriften, die festlegen, wie lange geistiges Eigentum vor dem ungenehmigten Zugriff Außenstehender geschützt ist.

Dabei kann man sich grob an folgenden Punkten orientieren:

  • Das Urheberrecht setzt mit der Werkschöpfung ein.
  • Die Schutzdauer für Bücher dauert bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers an.
  • Bei gemeinschaftlichen Arbeiten beträgt die Schutzdauer bis 70 Jahre nach dem Tod des längstlebenden Miturhebers.
  • Ist der Urheber unbekannt oder wurde ein Werk unter einem Pseudonym veröffentlicht, so gilt eine Schutzdauer von 70 Jahren nach der Veröffentlichung oder aber bei Nichtveröffentlichung für bis zu 70 Jahren nach der Schaffung.
  • Generell gilt: Die Schutzdauer beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in welchem der Tod (oder ein sonstiges maßgebliches Ereignis) eingetreten ist.

  1. Außerdem ist zu überprüfen, ob der Urheber sein Recht am Werk per Testament übertragen lassen hat oder die Rechte auf dem Wege der gesetzlichen Erbfolge an einen Verwandten übertragen wurde.
  2. Ein weit verbreiteter Irrtum ist ebenfalls die Annahme, dass ein Copyright-Zeichen notwendig ist, um ein Werk als urheberrechtlich geschützt zu kennzeichnen. Das Copyright stammt aus dem amerikanischen Rechtskreis und ist daher in Deutschland nicht zwingend. Da das prägnante Zeichen jedoch weltweit bekannt ist, kann es im Streitfall als Beweis dienen und eine Verhandlung erleichtern.
  3. Bevor man ein fremdes Werk weiterverbreiten und in hoher Zahl vervielfältigen möchte, sollte man sich daher genauestens erkundigen, ob der Urheberrechtsschutz bereits abgelaufen ist. Doch keine Angst! Eine Kopie für den privaten Gebrauch kann deutschlandweit ohne schlechtes Gewissen angefertigt werden.

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