Foto: spirit of america / Shutterstock.com

Wie viele Wahlmänner-Stimmen braucht man für das US Präsidenten-Amt?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:09
Alle vier Jahre steht die Wahl des amerikanischen Präsidenten an.

Wie alle vier Jahre steht momentan die Wahl des amerikanischen Präsidenten an. Das ganze Land ist in Aufruhr und der Rest der Welt gleich mit. Von elektronischen Wahlmaschinen ist die Rede, von Wahlmänner Stimmen und natürlich von den beiden großen Parteien und deren Kanditaten. Doch wie funktioniert das amerikanische Wahlsystem? Wie viele Wahlmänner Stimmen braucht ein Kandidat, um ins Weiße Haus einziehen zu dürfen?

Das amerikanische Wahlsystem

  • Die US Amerikaner wählen ihren Präsidenten nicht direkt, genauso wenig wie die Deutschen ihren Bundeskanzler. Stattdessen geben die Bürger ihre Stimmen an sogenannte Wahlmänner. 
  • Davon gibt es insgesamt 538. Die großen Bundesstaaten wie etwa Kalifornien oder Texas haben davon selbstverständlich mehr als die kleinen, wie etwa Maine. Um das Amt des US Präsidenten zu erhalten sind 270 Wahlmänner-Stimmen von nöten.
  • Wenn die Bürger ihre Stimme abgegeben haben, geht es nur noch darum, welche Partei in diesem Bundesstaat die meisten Stimmen erhalten hat, denn an diese fällt die gesamte Region, d.h. es gibt keine Aufteilung nach prozentualem Anteil an der Gesamtstimmenzahl. 
  • Das bedeutet: Wenn beispielsweise in Oregon die Demokraten die meisten Stimmen erhalten, werden nur die Wahlmänner dieser Partei zum Electoral College, der Versammlung, die den Präsidenten wählt, anreisen.
  • Die Wahlmänner sind letztendlich diejenigen, die am Ende den Präsidenten wählen. Allerdings sind hier keine großen Überraschungen zu erwarten, denn es ist im Vorhinein schon bekannt, wem sie ihre Stimme geben werden. Sie treffen sich zum Electoral College, um entgültig zu bestimmen, wer der neue Präsident sein wird. 
  • Letztendlich wird der mächtigste Mann der Welt also durch Wahlmänner Stimmen gewählt, ähnlich wie der deutsche Bundeskanzler eigentlich auch vom Bundestag gewählt wird. Während dieser Abstimmung geht es dann zu wie bei jeder anderen Wahl: der Kandidat, der in dieser Wahl die absolute Mehrheit, d.h. mehr als die Hälfte der möglichen Stimmen, wird das neue Oberhaupt der Vereinigten Staaten.
  • Diese Zusammenkunft des Electoral College darf aber getrost als reine Formsache angesehen werden, da man sich leicht vorher ausrechnen kann, wer gewinnen wird, schließlich ist ja bekannt, wem die Wahlmänner jeweils ihre Stimme geben werden. Deswegen löst sie bei uns keinen so großen Rummel aus wie die Abstimmung des Volkes.

Kommentare