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Wie wird ein Wahlkreis definiert? - Wahlkreiseinteilung in Österreich

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:28
Ein Wahlkreis ist ein Teil eines Wahlgebietes.

Ein Wahlkreis ist der Teil eines Wahlgebietes, in diesem Falle ein Teil Österreichs, in dem die Wahlberechtigten konkret über die Sitzverteilung im Parlament entscheiden können. Die Wahlkreiseinteilung in Österreich muss dabei zunächst den ganz allgemeinen Richtlinien der Demokratie entsprechen, die eine gleiche Gewichtung jeder einzelnen abgegebenen Stimme vorsieht.

Ein Wahlkreis ist der Teil eines Wahlgebietes, in diesem Falle ein Teil Österreichs, in dem die Wahlberechtigten konkret über die Sitzverteilung im Parlament entscheiden können.

Wie Wahlkreise in Österreich eingeteilt

  • Um eine Gleichgewichtung der Stimmen zu erreichen ist es nötig, dass alle Wahlkreise die gleiche Zahl von Wahlberechtigten umfassen. Da dies den demokratischen Idealfall darstellt der in der Praxis kaum umzusetzen ist, muss darauf geachtet werden, dass die Wahlkreise möglichst ähnlich im Bezug auf die Zahl der Wahlberechtigten ist.
  • Alternativ können die Stimmen auch unterschiedlich gewichtet werden, falls die Wahlkreise zu unterschiedlich in der Bürgerstärke sind. In der Realität hat es sich zudem als praktisch erwiesen, wenn die Wahlkreise sich an administrativen Grenzen orientieren, da so die Durchführung der Wahl wesentlich erleichtert wird.
  • Die Wahlkreiseinteilung in Österreich ist in der Nationalratswahlordnung geregelt. Für die Nationalratswahl wird seit 2012 das Staatsgebiet auf neun Landes- und 39 Regionalwahlkreise aufgeteilt, um eine gleichmäßige Wahlkreiseinteilung in Österreich zu erreichen. Auf diese Wahlkreise werden dann die 183 zu vergebenden Stimmen aufgeteilt. Dazu werden zuerst die Mandate auf die Landeswahlkreise verteilt.
  • Entscheidend ist hierfür die Bürgerzahl des jeweiligen Bundesstaates im Verhältnis zur Bürgerzahl des gesamten Bundesgebietes. Als Bürger gelten alle Staatsbürger, die ihren Hauptwohnsitz im jeweiligen Wahlkreis respektive im Bundesgebiet haben. Dazu kommen Ausland lebenden Staatsbürger, die zu einem Stichtag als Wähler eingetragen waren.
  • Es wird dann eine Verhältniszahl errechnet, indem die Zahl der Bürger durch die 183 zu vergebenden Mandate dividiert wird. Um nun die aktuelle Zahl der Mandate je Bundesland zu erhalten, muss schließlich die Bürgerzahl des Landeswahlkreises durch die Verhältniszahl geteilt werden.
  • Ausgehend von der Volkszählung 2001 ergibt sich in Österreich derzeit folgende Verteilung der Mandate auf die Bundesstaaten:
    Das Burgenland erhält sieben Mandate, Kärnten 13, Niederösterreich 36, Oberösterreich 32, Salzburg elf, die Steiermark 28, Tirol 15, Vorarlberg acht und Wien 33.
  • Die auf die Landeswahlkreise verteilten Mandate werden dann nach dem gleichen System auf die Regionalwahlkreise umgelegt, so dass in den einzelnen Wahlkreisen letztendlich zwischen einem (Wahlkreis Osttirol) und acht (Wahlkreis Graz und Umgebung) Mandate zu vergeben sind.
  • Um auch den demographischen Entwicklungen Rechnung zu tragen, wird die Wahlkreiseinteilung in Österreich immer wieder angepasst, wie zuletzt im Wahlrechtsanpassungsgesetz 2012 geschehen. Damals wurde die Zahl der Regionalwahlkreise um vier reduziert, um die Bürgerstärke der einzelnen Wahlkreise wieder anzunähern.

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