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Wie wurde Hitler Reichskanzler?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:00
Hitler löste den Zweiten Weltkrieg aus und damit den Tod...

Hitler löste den Zweiten Weltkrieg aus und damit den Tod von etwa 60 Millionen Menschen. Unter seiner Herrschaft wurden Millionen Juden und Jüdinnen in Konzentrationslager deportiert und getötet. Doch Hitler ist nicht illegal an die Macht gekommen, wie man vielleicht erwarten könnte, sondern er nutzte geschickt die Schwächen des demokratischen Systems der Weimarer Republik aus und manipulierte die Menschen, sodass durch eine demokratische Wahl an die Macht kam.

  1. Hitler und der ehemalige General Erich Ludendorff verübten am 8. und 9. November 1923 einen Putsch. Dieser wurde jedoch niedergeschlagen und Hitler wurde am 11. November verhaftet.
  2. Am 26. Februar 1924 fand der Prozess statt, in dem Hitler zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt wurde. Allerdings entließ man ihn bereits am 20. Dezember 1924 wegen angeblicher guter Führung.
  3. Daraufhin versprach Hitler dem bayerischen Ministerpräsidenten Heinrich Held, in Zukunft nur noch legale Politik zu betreiben und seinen "Führeranspruch" auf legalem Wege durchzusetzen.
  4. Am 16. Februar 1926 erreichte er eine Aufhebung des Verbots der Partei der NSDAP, das nach dem Putsch beschlossen worden war.
  5. In den folgenden Jahren inszenierte sich Hitler bei seinen Auftritten selbst, plante diese bis ins kleinste Detail inklusive Kleidung, Ankunftszeit, Mimik, Rhetorik usw. und passte sich dabei genau dem Publikum an.
  6. Zugleich erzeugte Hitlers Partei durch Straßenschlachten und Aufmärsche öffentliche Beachtung ihres "Führers". Außerdem sollten dadurch die Schwächen des demokratischen Systems der Weimarer Republik offenbart werden, denn genau diese sollte die NSDAP ausnutzen.
  7. Am 27. März 1930 zerbrach die Weimarer Regierungskoalition aufgrund der Weltwirtschaftskrise. Bei den Reichstagswahlen diesen Jahres gewann die NSDAP einen Stimmenanteil von 18,3 Prozent und wurde damit ein relevanter Machtfaktor als zweitstärkste Partei.
  8. In der Folgezeit wurde Hitler immer populärer, sodass immer mehr Unterschriftenlisten für seine Ernennung zum Reichskanzler den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg erreichten.
  9. 1932 war ein Krisenjahr, in dem konservative Politiker auf den Reichspräsidenten einwirkten, das demokratische System durch eine autoritäre Staatsform zu ersetzen.
  10. Allerdings lehnten sie Hitler und die NSDAP zu diesem Zeitpunkt noch ab.
  11. Hitler begann eine Propagandaoffensive. Dazu gehörten u.a. 148 Großkundgebungen mit durchschnittlich 20.000 bis 30.000 Besuchern. Begleitet wurde er dabei von dem Opernsänger Paul Devrient, der ihn als Stimmtrainer und Wahlkampfbegleiter unterstützte.
  12. Hitler wurde dabei als "Heilsbringer" inszeniert, was auf die von Krisen geschüttelten Deutschen eine große Wirkung hatte.
  13. Bei der Reichswahl im Juli 1932 gewann die NSDAP 37,3 Prozent der Stimmen und wurde damit die stärkste Partei.
  14. Hitler beanspruchte dadurch das Amt als Reichskanzler. Wegen Tumulten löste Hindenburg den Reichstag im September 1932 auf, doch auch bei der nächsten Wahl wurde die NSDAP trotz eines Stimmenverlustes (33,1 Prozent) wieder die stärkste Partei.
  15. Die demokratischen Parteien konnten keine parlamentarische Mehrheit mehr gewinnen.
  16. Der amtierende Reichskanzler von Papen trat zurück und bat Hindenburg, ihn per Notverordnung zum Alleinherrscher zu ernennen. Doch in vielen Eingaben wurde gefordert, dass Hitler Kanzler werden solle.
  17. Dabei wurde er von zahlreichen Industriellen unterstützt, denn die Krise verbesserte sich und die NSDAP verlor wiederum an Stimmen, was seine Chancen, Kanzler zu werden, in Gefahr brachte.
  18. Durch die Unterstützung der konservativen Unternehmer sollte Hitlers Kanzlerkandidatur schnell gerettet werden.
  19. Am 3. Dezember 1932 ernannte Hindenburg Kurt von Schleicher zum Reichskanzler.
  20. Hitler sollte bei der Regierungsbildung übergangen werden, doch unter Tränen und Selbstmorddrohungen setzte er seine Führungsrolle und seinen Anspruch auf die Kanzlerschaft durch.
  21. Am 4. Januar 1933 traf sich Hitler mit von Papen und bot diesem die Vizekanzlerschaft an, wodurch er von Papens Zustimmung erreichte. Von Papen glaubte immer noch, er könne Hitler als Reichskanzler zähmen und kontrollieren.
  22. Doch dieser Tag gilt als Geburtsstunde des Dritten Reiches.
  23. Bei der Landtagswahl in Lippe am 15. Januar 1933 wurde die NSDAP mit 39,5 Prozent der Stimmen die stärkste Kraft.
  24. Hindenburgs Ruf wurde durch einen Skandal bedroht und dessen Freund Elard von Oldenburg-Januschau setzte sich für Hitlers Kanzlerkandidatur ein in der Hoffnung, dass der Skandal vertuscht werden könnte.
  25. Schließlich gewann Hitler am 22. Januar Hindenburgs Sohn Oskar mit Drohungen und Versprechen als Unterstützer, was ihm nun auch endgültig die Unterstützung des Präsidenten Hindenburgs brachte.
  26. Durch die Unterstützung von General Werner von Blomberg, der neuer Reichswehrminister werden sollte, gelang es Hitler, den amtierenden Kanzler Schleicher endgültig zu isolieren und handlungsunfähig zu machen.
  27. Dieser trat am 28. Januar 1933 von seinem Amt zurück, Hitlers Ernennung zum Reichskanzler wurde durch seine Unterstützer möglich.

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