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Wieso dreht sich unsere Erde?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:51
Erst Isaac Newton erkannte, dass Körper sich immer und so lange bewegen, bis Kräfte sie stoppen.

Ein Körper bewegt sich nur, wenn eine Kraft auf ihn wirkt, so dachte man zumindest bis ins 17. Jahrhundert. Erst Isaac Newton erkannte, dass Körper sich immer und so lange bewegen, bis Kräfte sie stoppen. Warum aber dreht sich die Erde gerade um ihre eigene Achse? Woher kommt diese Bewegung und warum wird sie nicht von der Reibung angehalten?

  • Generell unterliegt die Geschwindigkeit der Erddrehung kleinen Schwankungen. Wenn, beispielsweise, auf der Nordhalbkugel im Herbst die Blätter von den Bäumen fallen, so dreht sich der Planet ein wenig schneller, da sich die Masse der Blätter in Richtung der Drehachse verlagert hat, wodurch sich, dem Pirouetteneffekt zufolge, die Rotationsgeschwindigkeit erhöht.
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  1. Vor ungefähr 4,6 Milliarden Jahren entstand unser Sonnensystem aus einer Gas- und Staubwolke, bestehend aus winzigen Staubteilchen, die sich fortwährend bewegten. Aus diesen Bewegungen aneinander vorbei entsteht ein sogenannter Drehimpuls. 
  2. Ein gutes Beispiel zur Veranschaulichung des Drehimpulses sind zwei Billardkugeln, von denen die eine die andere streift. Beide Kugeln drehen sich nach dem Zusammenstoß um die eigene Achse. Der Drehimpuls, der dies verursacht, folgt aus dem Drehimpuls, der schon aus der linearen Bewegung der ersten Kugel zur zweiten Billardkugel entstand. Würde die erste Kugel an der zweiten kleben bleiben, würden beide zusammengeklebten Kugeln rotieren.
  3. Die Wolke zog sich, von der eigenen Schwerkraft beeinflusst, zusammen und verdichtete sich letztendlich zu einem Stern – der Sonne. Die Kontraktion erhöhte dabei die Eigenrotation der Gaswolke. Dies wird „Drehimpulserhaltung“ genannt.
  4. Die Sonne war allerdings nicht groß genug für den Drehimpuls, darum entstand um sie herum eine flache Gas-und Staubscheibe, die sich natürlich ebenfalls drehte, da sie den größten Teil des Drehimpulses absorbierte.
  5. Aus dieser Scheibe entstanden dann die Himmelskörper. Zum größten Teil endete der Drehimpuls in den Bahnbewegungen der neu entstandenen Planeten und Monde, ein kleinerer Teil begründet aber auch deren Eigenrotation. 
  6. Die Rotationsgeschwindigkeit der Erde wurde außerdem noch von ihren früheren Kollisionen mit anderen Himmelskörpern verändert und wird fortwährend vom Einfluss des Mondes – dem Schwappen der Gezeiten und den Reibungskräften der Anziehung zwischen den Himmelskörpern – gebremst. 

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