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Wolken impfen- Wie geht das?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:06
Heute ist es zumindest auf lokaler Ebene möglich, das Wetter zu ändern.

Seit Menschen auf der Erde leben, versuchen Sie das Wetter nach ihren Wünschen zu verändern. Früher gingen zum Beispiel Schamanen mit der Trommel auf hohe Berge um Regen zu erflehen. Oder die ganze Dorfgemeinschaft tanzte stundenlang. Selbst Jungfrauen wurden manchmal geopfert. Genützt hat all das wahrscheinlich wenig.

Wolken impfen - Fortschritt und Wissenschaft

  1. Doch die Wissenschaft macht Fortschritte und heute ist es zumindest auf lokaler Ebene möglich, das Wetter zu ändern. Das geschieht mit der "Wolkenimpfung " . Hagelwolken oder auch Regenwolken werden dabei mit Silberjodid beschossen.
  2. Meist geschieht das so, dass von Spezialflugzeugen aus die Wolke mit Silberjodid besprüht wird. Aber es gibt auch Versuche, sie vom Boden aus tatsächlich zu beschießen. Um zu verstehen, wie die Substanz wirkt, muss man wissen, wie eine Wolke eigentlich entsteht. Sie bildet sich aus kleinen Partikeln aus Staub, Bakterien und Pollen, den so genannten Kondensationskeimen.
  3. Diese fangen den Wasserdampf der Luft ein, halten ihn fest und bilden Tröpfchen und später Wolken. Bei Kälte in großer Höhe gefrieren die Tröpfchen und werden zu kleinen und großen Hagelkörnern.
  4. Das Silberjodid führt dazu, dass in die schon bestehende Wolke noch viel mehr Keime eingebracht werden, worauf hin die Wolke zu schwer wird, sich abregnet und eventuell gefährlich werdende große Hagelkörner gar nicht erst entstehen. 
  5. Diese Manipulation kann echte Vorteile bringen. Zum einen lassen sich schwere Hagelschäden für die Landwirtschaft und in städtischen Ballungsräumen verhindern. Zum anderen können Überschwemmungen aber ebenso große Trockenschäden gemildert werden. Das Problem ist nur, dass das Wolken impfen und die ihm vorausgehenden Wolkenbeobachtungen sehr teuer sind und nur reiche Länder es sich überhaupt leisten können.
  6. Außerdem ist es sehr schwierig, die Wolken genau an der Stelle und mit der Menge Silberjodid zu impfen, die ein wirklich gutes Ergebnis bringen. Oft regnet die Wolke trotz aller Mühe nicht dort ab, wo sie eigentlich sollte.
  7. Besonders die Chinesen sind sehr weit im Projekt Wolkenimpfung. Sie haben zum Beispiel dafür gesorgt, dass die Eröffnungsfeier der Olympiade 2008 nicht von Regengüssen verdorben wurde.

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