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Zahlt man in Österreich Studiengebühren?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:55
Die allgemeinen Studiengebühren wurden in Österreich in den 1970er Jahren abgeschafft.
Seit 2001 sind sie allerdings als Studienbeiträge wieder für öffentliche Universitäten eingeführt. Seit 2008 hat sich dies wieder ein wenig geändert: Viele Studierende wurden durch ein neues Gesetz von den Studiengebühren befreit, allerdings gibt es auch weiterhin eine grundsätzliche Beitragspflicht. Diese Novelle wurde allerdings erst nach starken Studentenprotesten erlassen.

Doch obwohl die Studiengebühren aufgehoben wurden, gibt es immer noch eine heftige Debatte, ob sie nicht doch wieder eingeführt werden sollten. So schlägt etwa der zuständige Minister vor, dass die Universitäten in Zukunft selbst Gebühren erheben. Laut einem Gutachten können sie dies schon jetzt tun und Beträge in beliebiger Höhe verlangen. Allerdings ist dieses Gutachten sehr umstritten.

Wer zahlt Studiengebühren und wie hoch sind diese?

  • Studiengebühren werden auch hier einmal im Semester entrichtet und liegen momentan bei 363,36 Euro. Studenten, die sich allerdings in Regelstudienzeit befinden oder zwei Toleranzsemester betreiben sind von diesen Gebühren befreit.  Erstgenannte müssen jedoch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen, anerkannte Konventionsflüchtlinge oder Angehörige eines EU-Staates sein. Auch Studenten mit Kind oder behinderte Studierende müssen keine Gebühren bezahlen. 
  • Auch beurlaubte Studenten zahlen keine Studienbeiträge. Die Studiengebühren fließen dabei direkt in die Budgets der Universitäten. 
  • Allerdings muss jeder Studierende pro Semester 16,50 Euro (Betrag kann sich laufend verändern) für eine Pflichtmitgliedschaft bei der ÖH (Österreichische Hochschülerschaft) und 0,50 Euro für eine Unfallversicherung bezahlen.
  • Die größeren Universitäten sehen sich in den letzten Jahren einem immer stärker werdenden Ansturm - auch von vielen deutschen Studierenden - gegenüber und verlangen nun Gebühren von Langzeitstudenten und Studenten aus Nicht-EU-Staaten. 
  • Doch die kleineren und mittelgroßen Unis sprechen sich nach wie vor gegen eine Einführung aus: So müssen beispielsweise an der TU Wien und an den Unis in Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck keinerlei Studiengebühren gezahlt werden. 
  • Auch die Musikunis in Wien und Graz, die Kunstuni in Linz sowie die Akademie der Bildenden Künste in Wien und die Uni für angewandte Kunst, ebenfalls in Wien, erheben keine Gebühren.
  • Auch Fachhochschulen können übrigens Studiengebühren verlangen, sie sind dazu allerdings gesetzlich nicht verpflichtet.
  • In den 12 österreichischen Privatuniversitäten werden hingegen in der Regel etwa 10.000 Euro Studienbeiträge pro Jahr erhoben.

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