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Zivi werden? - Das ist zu beachten

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:58
Nach Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht wurde der Zivildienst zum Bundesfreiwilligendienst.

In den Zeitendes kalten Krieges galt für alle Männer ab 18 Jahren die allgemeine Wehrpflicht. Und da laut Grundgesetz aber niemand zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden darf, bestand die Möglichkeit, den Wehrdienst zu verweigern und statt dessen einen zivilen Ersatzdienst bei gemeinnützigen Einrichtungen zu leisten. Dann kam das Ende des kalten Krieges, was dazu führte, dass viele Bundeswehrstandorte (Österreich: Bundesheer) geschlossen wurden, weil sie nicht mehr gebraucht wurden. Bald stellte sich auch heraus, dass die Wehrpflicht einfach nicht mehr zeitgemäß war, zumal man die vielen zur Verfügung stehenden jungen Männer im wehrfähigen Alter nicht brauchte und die Kosten vor allem den Staatshaushalt unnötig belastete.

Im Jahre 2011 wurde deshalb die Wehrpflicht bis auf weiteres ausgesetzt. Das bedeutete aber gleichzeitig auch das Ende des zivilen Ersatzdienstes, was dazu führte, das in den gemeinnützigen Einrichtungen nun Leute fehlten. Deshalb führte man den sogenannten Bundesfreiwilligendienst ein, um die durch den Wegfall des Zivildienstes fehlenden Kräfte zu ersetzen. Hier gibt es im Gegensatz zum vorhergehenden Zivildienst keine Altersbegrenzung nach oben, um genug Freiwillige zu bekommen.

  • Die hier gemachten Angaben gelten für Deutschland, in anderen Ländern kann die Sachlage deutlich davon abweichen!

Wichtiger Hinweis für Hartz 4 Empfänger:

  • Für den Bundesfreiwilligendienst gibt es im Gegensatz zum vorherigen zivilen Ersatzdienst keine Altersgrenze nach oben. 
  • So können sich auch Langzeitarbeitslose dafür bewerben, wenn sie keinen anderen Arbeitsplatz finden und sich ein Träger in erreichbarer Nähe befindet, der eine geeignete Tätigkeit als Zivildiener für sie anbieten kann. 
  • Sie erhalten dann weiterhin vom Jobcenter Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts, wobei das Taschengeld als Nebeneinkommen anzugeben und zu berücksichtigen ist. 
  • Da sie beim Träger sozialversichert sind, und nicht beim Jobcenter, unterliegen sie für die Zeit des Bundesfreiwilligendienstes nicht der Bewerbungspflicht zwecks Suche nach einem Arbeitsplatz.

  • Bewerbungsunterlagen
  • Lebenslauf
  • Zeugnis
  • evt. Geburtsurkunde

  1. Das Bewerbungsverfahren läuft im Prinzip wie bei der Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz auch. Man schickt eine Bewerbung samt Unterlagen an einen Träger einer gemeinnützigen Einrichtung. Das können Kirchengemeinden sein, oder andere karitative Einrichtungen, aber auch Umwelt- und Naturschutzverbände, kurz, alle Einrichtungen, in denen vorher Zivildienstleistende beschäftigt waren.
  2. Für Schüler und Studenten, die noch keinen Studienplatz gefunden haben, gibt es das freiwillige soziale Jahr, oder das freiwillige ökologische Jahr.
  3. Der Träger wählt dann die Bewerber aus, kommt ein Bewerber in Frage, so wird er, wie bei der Ausbildungsplatz- oder Arbeitssuche auch, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.
  4. Der Zivildiener wird vom Träger kranken- und sozialversichert. Dafür zahlt der Bund dem Träger 200€ pro Monat und Teilnehmer.
  5. Der Teilnehmer erhält vom Träger lediglich ein Taschengeld von maximal 300€ monatlich.
  6. Die wöchentliche Arbeitszeit soll bei unter 28 jährigen mindestens 40 Stunden betragen, ab 28 Jahren und darüber mindestens 20 Stunden pro Woche. Dadurch soll verhindert werden, ehrenamtliche Tätigkeiten in Bundesfreiwilligendienst umzuwandeln. Denn bei ehrenamtlichen Tätigkeiten gibt es bezüglich der wöchentlichen Arbeitsstunden keine Vorgaben.
  7. Der Bundesfreiwilligendienst dauert mindestens 6 Monate, maximal jedoch 2 Jahre.

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