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Zukunft für Julian Assange? - So sieht sie aus

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:02
Auch nach seinem Untertauchen beschäftigt Julian Assange noch immer die Medien und die Justiz.

Auch nach zweimonatigem Untertauchen beschäftigt Julian Assange noch immer die Medien und die Justiz. Doch was wie ein gänzlich normales Vorkommen in einem Strafrechtsfall aussieht, könnte zu einem Tauziehen zwischen den Anwälten des Beschuldigten sowie den Vereinigten Staaten führen.

Der Auslöser des Falles

  1. Gegenwärtig hält sich Julian Assange auf britischem Boden innerhalb der Botschaft Ecuadors versteckt. 
  2. Er möchte somit seiner Verhaftung durch die englischen Behörden entgehen, die ihn umgehend an Schweden ausliefern würden. 
  3. Dort erwartet den 41-Jährigen ein Verfahren wegen sexueller Nötigung, die er vor wenigen Jahren gegenüber zwei schwedischen Frauen begangen haben soll. 
  4. Einem solchen Prozess will sich Assange auch gar nicht entziehen – nur befürchtet er die Folgen, die sich daraus ergeben können. 
  5. Insbesondere dann, wenn die USA ein Auslieferungsgesuch an Schweden richten, sieht der politische Aktivist nicht alleine seine Freiheit, sondern auch sein Leben bedroht.


Der Fall WikiLeaks

  1. Gänzlich unbegründet scheint diese Vermutung nicht zu sein. Immerhin gilt Julian Assange als einer der Mitbegründer von WikiLeaks. 
  2. In den letzten Jahren hatte die Internetplattform vermehrt für Schlagzeilen gesorgt, als sie hoch brisante und zum Teil streng geheime politische sowie militärische Pläne aus den Behörden kopierte und veröffentlichte. 
  3. WikiLeaks wollte damit für mehr Transparenz gerade innerhalb bewaffneter Konflikte sorgen, jedoch auch gezielte Tötungen aufdecken, die bislang unter dem Deckmantel der Notwehr zu den Akten gelegt wurden. 
  4. Für seine Offenlegung könnte Assange in den Vereinigten Staaten indes ebenfalls ein Gerichtsverfahren drohen – sogar eines, das in seinem Strafmaß bis hin zur Todesstrafe reicht.


Kein freies Geleit für Assange

  1. Dass sich der Aktivist bei solchen Aussichten nicht dazu entschließen kann, freiwillig die Ausreise nach Schweden anzutreten, ist verständlich. 
  2. Immerhin droht ihm dort die Auslieferung an die USA und damit eine Gefahr für Leib und Leben. 
  3. Daher hielt Assange kürzlich eine Rede auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft: Er wolle sich dem Verfahren in Schweden stellen. 
  4. Jedoch nur, wenn die Hexenjagd auf ihn und WikiLeaks beendet werde, die die Vereinigten Staaten seiner Ansicht nach betreiben. 
  5. Allerdings bleibt die Befürchtung, dass dieser öffentliche Appell nur wenig bewirken kann. 
  6. Assange befindet sich in den Fängen der Justiz und wird diesen nicht entkommen können.

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