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Die kostspieligsten Firmenauseinandersetzungen der Geschichte - Die Top 10

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:30
Firmenauseinandersetzungen sind so alt wie die Industriegeschichte selbst. Eine der ersten wirtschaftlichen Streitigkeiten lieferten sich Edison und Westing

Firmenauseinandersetzungen sind so alt wie die Industriegeschichte selbst. Eine der ersten wirtschaftlichen Streitigkeiten lieferten sich Edison und Westinghouse im sogenannten Stromkrieg Ende des 18. Jahrhunderts. Die Folgen der Differenzen, ob Gleich- oder Wechselstrom vorteilhafter transportiert werden kann, wirken sich bis heute auf das Stromnetz der USA aus.

Die Top 10 Firmenauseinandersetzungen

Die Ziele solcher Firmenauseinandersetzungen haben sich seitdem nicht geändert. Die Gewinnsteigerung ist das einzige Ziel, besser gesagt:

  • die Vorherrschaft am Markt zu erlangen,
  • einen hohen Produktabsatz durch Kundenbindung zu erreichen und somit
  • die Konkurrenz auszuschalten oder zu beherrschen.

 

Patente, Subventionen, Äußerungen – gestritten wird über das Unmöglichste

Die Palette der Möglichkeiten und Gründe für Firmenauseinandersetzungen sind mannigfaltig. Patente, Subventionen, Begriffe, Worte, Äußerungen, Design, Marketing, all das bietet Potenzial für Streitigkeiten auf dem Weg an die Spitze. Dafür setzten Firmen bisweilen gigantische Summen ein. Allein im Jahr 2011 wurden in den USA 5.842 Patentklagen mit einem Wert von 29 Milliarden Dollar geführt. Je größer und bekannter die Firma, desto kostspieliger die Auseinandersetzung.

 

Apple gegen Samsung

Im Jahr 2011 streiten sich Apple und Samsung im Wert von 1,5 Milliarden Dollar über den Verkauf des Galaxy Tabs wegen der Kopie des Designs von iPad und iPhone. Kritiker meinen unterdes, dass dieser Rechtsstreit nichts weiter als eine gerissene Marketingstrategie verfolgte.

 

Microsoft gegen Apple

Die Auseinandersetzungen zwischen Microsoft und Apple sind ein Dauerbrenner. Bereits 1988 verklagte Microsoft Apple wegen unerlaubter Nutzung von Bauelementen. Die letzte Klage reichte Microsoft im Jahr 2008 ein. Grund: die Verwendung des Begriffs "App Store". Bereits Mitte 2008 belief sich der Umsatz von Apple aus Software des App Stores auf eine Million Dollar. Verständlich, dass auch Microsoft davon profitieren will. Indes gehen die gegenseitigen Klageforderungen in die Milliarden Dollar Höhe.

 

Google gegen Microsoft

Vier Milliarden Dollar forderte der Motorola-Käufer Google von Microsoft für die Nutzung von Standardpatenten zur Videokompression, Mobilfunkstandards und Wireless-Funktionen. Nach zwei Jahren verlor Google 2013 die Auseinandersetzung, erhält aber immerhin jährlich 1,8 Milliarden Dollar an Lizenzgebühren von Microsoft.

 

Sun Microsysteme gegen Microsoft über die EU

Wegen einer Beschwerde, die Sun Microsysteme gegen Microsoft bei der EU eingelegte, verhängte diese ein Bußgeld in Höhe von insgesamt 1,6 Milliarden Euro gegen den Software-Giganten. Dem Vorwurf, Microsoft setze seine Vormachtstellung im Markt wettbewerbswidrig ein und verstoße gegen das Kartellrecht, folgte die EU bis ins Jahr 2013.

 

RIM gegen NTP

Die Firma Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) geriet 2006 mit NTP über die Rechte der drahtlosen E-Mail Nutzung in Streit. Die Kosten beliefen sich auf 612,5 Millionen US-Dollar.

 

NTP gegen AT&T et.al.

Im folgenden Jahr verklagte NTP die Mobilfunkbetreiber AT&T, Verizon Wireless, Sprint und T-Mobile sowie 2010 auch Apple, Samsung, HTC, Motorola Mobility und LG in Bezug auf die Nutzung von drahtlosen E-Mails für Mobiltelefone. Auch Google, Microsoft und Yahoo gerieten in den Fokus der Streitigkeiten. Genau Kosten der Auseinandersetzungen wurden nicht bekannt, da man sich angeblich einigte.

 

Kirch gegen Deutsche Bank

In einem Interview äußerte sich der damalige Chef der Deutschen Bank Breuer über die Kreditwürdigkeit des Mediumimperiums Kirch. Kirch behauptete, dass dadurch sein Unternehmen zusammengebrochen sei. Diese Worte kosteten die Deutsche Bank 800 Millionen Euro.

 

Porsche gegen VW

David gegen Goliath, so könnte man den Versuch von Porsche bezeichnen, den VW-Konzern zu übernehmen. Durch Börsenspekulationen trieb Porsche im Jahr 2008 die VW-Aktie in die Höhe. Anleger fühlen sich hintergangen und forderten von Porsche Schadenersatz in Höhe von zwei Milliarden Euro.

 

Siemens gegen Deutsche Bahn AG

Auf 50 Millionen Euro belaufen sich die Schadenersatzforderungen der Deutsche Bahn AG im Jahr 2012 gegen den Siemenskonzern. Die Bahn AG begründet dies mit der verspäteten Lieferung von ICE-Zügen. In der Tat konnte Siemens nicht fristgerecht liefern. Die endgültige Höhe der des Schadenersatzes steht noch nicht fest.

 

Yili gegen Mengnui

Ein PR-Albtraum ruinierte den chinesischen Milchgiganten Yili. Sein Konkurrent Mengnui heuerte eine PR-Firma an, die eine Falschmeldung online verbreitete. So wurde behauptet, dass Yili ein Produkt verkaufen würde, dass frühzeitig die Pubertät auslöst. Das Streuen der falschen Meldung kostete ganze 42.046 US-Dollar, aber zeigte im sensiblen chinesischen Milchmarkt enorme Wirkung.

 

Auch wenn die Welt heute eng vernetzt ist, schweigen Firmen untereinander über ihre Auseinandersetzungen und die Summen, die sie gegeneinander austauschen. Trefflich formulierte es James Robart, Richter im Rechtsstreit zwischen Google und Microsoft. Er bezeichnete die Gerichte als Schachfiguren in der globalen, geschäftlichen Auseinandersetzung."

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