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Blutdiamanten - Diamanten aus ethisch einwandfreier Förderung erkennen?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:56
Diamanten gelten als Symbol für ewige Liebe, Schönheit und Luxus.
Doch wie so oft kann auch hier der schöne Schein trügen. Die Rede ist von sogenannten Blutdiamanten bzw. Konfliktdiamanten. Wenn Rebellen in einer Konfliktregion ihren Krieg gegen die herrschende Regierung durch den Handel von Diamanten finanzieren und Bürgerkriege führen, dann handelt es sich dabei um Blutdiamanten.

In der Konsequenz haben sich afrikanische Förderländer mit der Diamantenindustrie und weiteren Export- und Importländern zusammengetan, um gemeinsam ein Zertifizierungssystem zu entwickeln. Im sogenannte Kimberley-Prozess (KP) wurde festgelegt, dass die teilnehmenden Länder nur noch mit Diamanten handeln dürfen, wenn sie sich an bestimmte Mindestanforderungen halten, dabei Förderung und Handel transparent gestalten, und dass der Verschiffung von Rohdiamanten ein Zertifikat des Herkunftslandes beiligen muss.

  • Die EU ist Mitglied des Kimberley-Zertifizierungssystems, daher dürfen hier offiziell keine Blutdiamanten verkauft werden. 
  • Der Kauf eines Diamanten innerhalb der EU senkt somit die Wahrscheinlichkeit einen Blutdiamanten zu kaufen. 
  • Allerdings gibt es immer wieder Berichte von gefälschten Zertifikaten, die durch die Kontrollen rutschen.

Es wird daher von den Teilnehmern des KP sowie diversen Organisationen geraten, dem Juwelier eine Auswahl an verschiedenen Fragen zu stellen:

  1. Wissen Sie woher die Diamanten stammen, die sie verkaufen?
  2. Wie stellen Sie sicher, dass sie keinen Konfliktdiamanten verkaufen?
  3. Können Sie mir eine schriftliche Stellungnahmen Ihres Unternehmens bezüglich Konfliktdiamanten zeigen?
  4. Können Sie mir eine schriftliche Garantie Ihrer Zulieferer zeigen, dass ihre Diamanten keine Konfliktdiamanten sind?
  5. Wie wird Ihre Belieferungskette kontrolliert? Sind dabei auch unabhängige Dritte beteiligt?
  6. Ein weiteres Problem ist, dass sich der Begriff Konfliktdiamant ausschließlich auf das Thema Bürgerkrieg und Rebellenkampf bezieht.
  7. Allgemeine Menschenrechtsverletzungen in den Diamantenminen wie Kinderarbeit oder menschenunwürdige Arbeitsbedingungen werden dabei nicht berücksichtigt.
  8. Deshalb fordern Organisationen wie Fatal transactions, dass der Kimberley-Prozess erweitert wird und auch diese Themen miteinbezogen werden.
  9. Wer beim Kauf eines Diamanten also hundertprozentig sicher sicher gehen will, dass dieser unter menschenwürdigen Bedinungen gefördert und hergestellt wurde, sollte vielleicht tatsächlich lieber über den Erwerb eines Kunstdiamanten nachdenken.
  10. Außerdem gibt es bestimmt auch weitere „konfliktarme“ Möglichkeiten seine Liebe zu zeigen...

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