Drucken
Letztes Update am 11.02.2015, 11:06
Nach der Frankenfreigabe gibt es diverse Möglichkeiten, die neuen Schulden zu stemmen.

154.000 Frankenkredite mit einem Volumen von knapp 30 Milliarden Euro sind derzeit alleine hierzulande aushaftend. Vor allem Häuslbauer – mit ohnehin begrenztem Budget – sind in Österreich betroffen. Experten raten dringend zu Beratungsgesprächen mit Bankinstituten.

 

Sie galten lange Zeit als stabile und sichere Form der Fremdwährungsdarlehen: Wie auf die Pünktlichkeit eines Schweizer Uhrwerkes konnte man sich – scheinbar – auch auf die Kontinuität der Frankendarlehen verlassen. Nun stehen in diesem Jahr österreichweit rund 6.000 Personen vor der enormen Herausforderung, insgesamt 1,2 Milliarden Euro an Frankenkrediten zurückzahlen zu müssen. Insgesamt sind das um rund 200 Millionen Euro mehr, als ohne Aufwertung.

Vom Franken zum Euro

Seitens des österreichischen Sozialministeriums wird derzeit von voreiligen Schritten gewarnt. Kreditnehmer sollten sich demnach ihre Verträge genau ansehen. „So kann im Einzelfall nachgeprüft werden, ob etwa Klauseln Konvertierungen oder die Leistung zusätzlicher Sicherheiten zur Folge haben“, hieß es. Laut dem Verein für Konsumenteninformation dürfen Banken ihre Kunden außerdem nicht dazu zwingen, auf ein Euro-Darlehen umzusteigen oder zusätzliche Sicherheiten vorzuweisen. Wer auf einen Euro-Kredit konvertiert, ist - so der Expertentenor - zwar einerseits im sicheren Hafen, muss dabei aber häufig mit Verlusten rechnen. Um ihre Kunden nicht zusätzlich zu belasten, bieten einige Bankinstitute hierzulande daher eine kosten- und spesenfreie Umwandlung an.

 

Tilgende Variante

/www.asklubo.com/karriere-erfolg/geld-finanzen/schockwelle-der-frankenkredite/1.493.118" target="_self">Fremdwährungskredite sind für gewöhnlich endfällig, was bedeutet, dass am Ende der Laufzeit die gesamte Rückzahlung überwiesen werden muss. Für Darlehensnehmer besteht nun aber auch die Möglichkeit, auf eine tilgende Variante umzusteigen. Hier können sie zum Beispiel mehr einzahlen, um etwaige Tilgungslücken zu schließen. Für Helmut Ettl, Vorstand der Finanzmarktaufsicht (FMA), besteht im Moment „kein Grund zur Panik“, jedoch unter der Voraussetzung, dass sich Betroffene schnellstmöglich mit ihrem Bankberater in Verbindung setzen. „Patentrezept gibt es keines“, erklärt er. Wer mit der eigenen Bank keine Einigung erlangen kann, kann sich seit kurzem an eine eigens eingerichtete Verbraucher-Schlichtungsstelle des Sozialministeriums wenden, auch die Arbeiterkammer steht für Auskünfte zur Verfügung.

Eine allgemein gültige Lösung für die momentane Kreditmisere gibt es demnach also nicht. Angesichts der Tatsache, dass laut FMA in den kommenden fünf Jahren 15 Prozent der Fremdwährungskredite, in den kommenden fünf bis zehn Jahren 22 Prozent und in den nächsten zehn bis 15 Jahren 25,8 Prozent der Darlehen fällig werden, sollte man diese Angelegenheit aber besser heute als morgen mit einem vertrauensvollen Finanzberater klären.