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Deutsche Steuergelder - Wer ist steuerpflichtig?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:08
Über 30 verschiedene Steuerarten verbergen ...

Über 30 verschiedene Steuerarten verbergen sich hinter dem Begriff „Deutsche Steuergelder“. Unbürokratisch zahlt jeder die im Preis enthaltenen Verbrauchssteuern wie Tabak-, Sekt-, Mineralöl-, Energie- und Umsatzsteuer. Kompliziert ist es auch nicht, die Grund-, Auto- und Hundesteuer zu entrichten, hierfür kriegt man eine extra Aufforderung. Ins Schwitzen kommen dagegen viele bei der Einkommensteuererklärung. In Deutschland ist unabhängig vom Alter (auch Babys können bereits Eigentümer von Immobilien, Vermögen sein) jeder, der hier wohnt oder für eine deutsche Behörde im Ausland arbeitet, unbeschränkt einkommensteuerpflichtig. Auch wenn manchmal ein anderer Eindruck entsteht, es gelten bei der Besteuerung der Grundsatz der Steuergerechtigkeit und der im Grundgesetz verankerte Gleichheitsgrundsatz: bei gleichen Sachverhalten und Einkünften ist dieselbe Steuer zu zahlen.

Die Grundvoraussetzung für diese Steuerpflicht ist Einkommen über dem Steuerfreibetrag. Der Gesetzgeber unterscheidet im Einkommensteuergesetz zwischen Einkünften aus:

  • Land- und Forstwirtschaft,
  • Gewerbebetrieb,
  • selbständiger Arbeit,
  • nichtselbständiger Arbeit,
  • Kapitalvermögen,
  • Vermietung und Verpachtung und
  • sonstigen Einkünften (z.B. Renten, Versorgungsbezüge)

Einkommensteuerpflichtig ist damit jeder, der in Deutschland wenigstens eine dieser Einkunftsarten erzielt.
Hierzu gehört natürlich auch geschenktes Vermögen.

Wichtige Hinweise zu deutschen Steuergeldern

  • Deutsche Steuergelder werden grundsätzlich vom Finanzamt errechnet.
  • Es gibt daher eine Pflicht zur Einkommensteuererklärung, auch wenn Verluste im abgelaufenen Kalenderjahr gemacht wurden (evtl. auch positive Auswirkung durch Verlustausgleich mit anderen Einkunftsarten).
  • Das Prinzip für die Berechnung der Steuern ist dabei im Grundsatz einfach:
    -Einkommen berechnen,
    -abzugsfähige Ausgaben wie Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen berechnen,
    - Differenzbetrag = zu versteuerndes Einkommen.
  • Für diese einfache Rechnung gibt es weit über 3.000§, Verordnungen und unzählige Gerichtsentscheidungen.
  • Deutsche Steuergelder sollen schließlich gerecht erhoben werden.
  • Trotzdem kann man es mithilfe von Online-Portalen (das Finanzamt empfiehlt Elster) auch als Laie schaffen, eine ehrliche Steuererklärung abzugeben.
  • Wenn man als ArbeitnehmerIn keine weitere Einkommensquelle hat, muss man keine Steuererklärung abgeben, die Lohnsteuer wurde ja bereits überwiesen.
  • Man sollte es aber freiwillig tun, wenn Werbungskosten über dem Pauschalbetrag (2012: 1.000€), erhöhte Sonderausgaben (z.B. Altersvorsorge, Spenden) und außergewöhnliche Belastungen (z.B. Haushaltshilfen, Zahnersatzzuzahlungen, Behindertenpauschbetrag) das bereits versteuerte Einkommen mindern.
  • Bei falschen oder unvollständigen Angaben gegenüber dem Finanzamt kann man auch, ohne Konten in der Schweiz, wegen Steuerhinterziehung mit bis zu 5 bis 10 Jahren Freiheitsstrafe oder mit Geldstrafe bestraft werden.

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